Südkorea startet trotz Drohungen Seemanöver

Suedkorea startet trotz Drohungen ein Seemanöver
Suedkorea startet trotz Drohungen ein Seemanöver(c) AP (Ahn Young-joon)

Trotz Warnungen aus Pjöngjang führt Südkorea ein Seemanöver nahe der gemeinsamen Seegrenze durch. Etwa 4500 Soldaten kommen bei der Militärübung zum Einsatz. Nordkorea droht "starke physische Vergeltung" an.

Die südkoreanischen Streitkräfte haben am Donnerstag trotz Drohungen aus dem kommunistischen Norden mit einem Seemanöver nahe der gemeinsamen Seegrenze begonnen.

Rund 4500 Soldaten, mehr als 20 Schiffe und U-Boote sowie etwa 50 Flugzeuge nehmen nach südkoreanischen Angaben an der Übung teil. Der Süden reagiert damit auf die Versenkung eines seiner Kriegsschiffe im März. Damals kamen 46 Seeleute ums Leben. Eine internationale Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Nordkorea das Schiff mit einem Torpedo angegriffen hatte.

Militärübung als Warnung an Pjöngjang

Im vergangenen Monat hielt Südkorea bereits ein gemeinsames Manöver mit den US-Streitkräften ab. Beide Staaten hatten die Militärübung als Warnung an Pjöngjang bezeichnet, dass weitere Provokationen nicht geduldet würden.

Am Dienstag drohte der Norden mit "starker physischer Vergeltung" gegen das Manöver. Allerdings gehören solche Warnungen zur Tagesordnung. Vor dem amerikanisch-südkoreanischen Manöver hatte der Norden eine "nuklearer Abschreckung" angekündigt, es geschah aber nichts.

Bis jetzt keine militärische Aktivität im Norden

Nach Angaben des Vereinigten Generalstabs von Südkorea gab es am Donnerstag zunächst keine ungewöhnliche militärische Aktivität im Norden der geteilten Halbinsel. Seit 1953 befinden sich beide Staaten im Zustand des Waffenstillstands. Der Norden erkennt die Seegrenze nicht an, die von den UN nach Ende des Koreakriegs festgelegt wurde. 1999 und 2002 kam es dort zu tödlichen Auseinandersetzungen.

Der Korea-Konflikt

Der Korea-Krieg dauerte von 1950 bis 1953. Im Juni 1950 hatten nordkoreanische Truppen die 1945 nach der militärischen Niederlage der Kolonialmacht Japan gezogene Demarkationslinie überschritten. Damit begann ein Krieg, der 4,5 Millionen Tote forderte und durch einen bis heute gültigen Waffenstillstand beendet wurde. Der UNO-Sicherheitsrat beschloss damals auf Verlangen Washingtons, Südkorea mit UNO-Truppen zu Hilfe zu kommen. China unterstützte Nordkorea mit einer großen "Freiwilligen"-Armee von einer Million Mann. Ein Waffenstillstandsabkommen wurde 1953 von einem US-General im Namen der UNO unterzeichnet. In Südkorea haben die USA derzeit noch 28.000 Soldaten als Abschreckung gegen das stalinistisch geführte Nordkorea stationiert.

(APA/apn)