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Waldbrände in Russland: Bisher mindestens 50 Tote

Waldbrand Russland
(c) EPA (Maxim Shipenkov)
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Die Behörden sprechen von 50 Toten, Helfer gehen von mehr aus. Mittlerweile steht eine Fläche so groß wie Osttirol in Flammen. Durch die Brände könnte sich auch der Schulbeginn im Land verzögern.

Die Zahl der Toten bei den gewaltigen Waldbränden in Russland ist am Donnerstag nach offiziellen Angaben auf 50 gestiegen. Hilfsorganisationen gehen jedoch davon aus, dass weit mehr Menschen umgekommen sind. Landesweit kämpften weiterhin 170.000 Feuerwehrleute gegen die nach offiziellen Angaben 520 Brände. Am Mittwoch stand in ganz Russland eine Fläche von gut 188.500 Hektar in Flammen - das ist fast die Fläche von Osttirol.

Eventuell müssen für die Schulen in Russland die Sommerferien verlängert werden. "Wenn sich die Lage nicht bessert, werden wir einige Maßnahmen empfehlen, damit der Schuljahresbeginn verschoben wird", sagte der Chef der Sanitätsdienste, Gennadi Onischtschenko, dem Radiosender Moskauer Echo. In Russland beginnt das neue Schuljahr traditionell am 1. September.

Unterdessen wächst der Druck auf Gouverneur Nikolai Winogradow des Gebiets Wladimir. In einem Brief an Kremlchef Dmitri Medwedew forderten mehrere hundert Einwohner bei Moskau die Entlassung von Gouverneur Winogradow. Dieser habe sich ausgeruht, während das Land verbrannte, schrieben die Bewohner. Das berichtete die Moskauer Zeitung "Kommersant" am Donnerstag. Winogradow wies die Vorwürfe zurück. Medwedew hatte am Vortag seinen Sommerurlaub im Schwarzmeer-Kurort Sotschi abgebrochen.

Radioaktives Material abtransportiert

Auch das atomare Forschungszentrum in Sarow östlich von Moskau war weiterhin vom Feuer bedroht. Aus Sicherheitsgründen wurden alle radioaktiven Materialien abtransportiert. In der Nacht hätten zahlreiche Helfer ein Vordringen der Flammen verhindert, sagte ein Experte des Zivilschutzministeriums nach Angaben der Agentur Interfax.

Dem Wetterbericht zufolge deutete für die kommenden Tage nichts auf eine Verschnaufpause für die Feuerwehrleute hin: Die seit mehr als einem Monat im Westen Russlands anhaltende Hitze und Trockenheit soll Meteorologen zufolge mindestens noch bis zum Wochenende andauern.

Entspannung in Moskau

Unterdessen atmeten die Bewohner der Hauptstadt Moskau wieder auf. Der beißende Qualm von den Torfbränden rund um die Millionenmetropole verzog sich Donnerstag früh vorerst.  Da jedoch die Feuer in der Umgebung noch immer schwelen, schließen Meteorologen nicht aus, dass die Hauptstadt erneut unter einer Qualmglocke versinken könnte.

Der Betrieb auf den drei internationalen Moskauer Flughäfen sei nicht eingeschränkt, sagte ein Flughafensprecher. Am Vortag hatte der dichte Rauch für stundenlange Verspätungen gesorgt. Der Autobauer Volkswagen nahm die wegen der starken Rauchentwicklung gestoppte Produktion in seinem Werk in Kaluga südlich von Moskau wieder auf. Die Fließbänder waren am Vortag angehalten worden, um die Beschäftigten vor dem beißenden Qualm von den Feuern in der Gegend zu schützen.

(Ag.)