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CORONAVIRUS - KONTROLLEN AN KAeRNTNER GRENZE
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Mitreden: "Reiner Aktionismus" an den Grenzen?

Neue Regeln haben an den Grenzen für Chaos gesorgt. Auch sonst wird beim Umgang mit Kroatien-Urlaubern immer mehr Kritik an der Regierung wird laut. Was bringen die Kontrollen? Und: Wird mit zweierlei Maß gemessen? Diskutieren Sie mit!

Bis zu zwölf Stunden Wartezeit an den Grenzen mussten am Wochenende Reisende aus Kroatien, die nach Kärnten wollten, auf sich nehmen. Die Folgen: Viel Frust, viel Kritik - und so mancher Notruf aufgrund von Überhitzung. Auch wenn Landeschef Peter Kaiser (SPÖ) mittlerweile eine Änderung der Teststrategie bekannt gab, die volle Verantwortung für das Chaos will niemand übernehmen. Bundes- und Landesregierung geben einander wechselseitig die Schuld. Grund für das Chaos war die neue Verordnung der Regierung, wonach Behörden von sämtlichen Reisenden die Personalien erfassen müssen, auch wenn sie - wie viele deutsche Touristen - Österreich nur durchqueren.

Doch was bringen die verstärkten Kontrollen an den Grenzen? Manche meinen, gar nichts. Er "halte Fiebermessen an den Grenzen für reinen Aktionismus", sagte etwa Martin Sprenger von der MedUni Graz. Das ehemalige Mitglied der Corona-Expertenkommission sparte am Wochenende auch sonst nicht mit Kritik an den Maßnahmen der Regierung, etwa an den „wahllosen Tests“ von Urlaubsrückkehrern. Diese würden uns nur vom Arbeiten abhalten.

Die FPÖ warnt indes gar vor einem Auseinanderbrechen der Gesellschaft: „Urlauber müssen sich beschimpfen lassen, weil sie überhaupt ins Ausland gefahren sind“, kritisierte Dagmar Belakowitsch.

Seit die Parole „Das Virus kommt mit dem Auto“ ausgegeben wurde, fragen sich jedenfalls viele, ob mit zweierlei Maß gemessen wird. Auch Kollege Erich Kocina: Österreich neige dazu, „die hohen Corona-Zahlen in anderen Ländern beklagen und gleichzeitig das eigene Land als einzig sicheren Hort zu zeigen", kommentiert er.

Leserin Katharina Mack aus Wien sieht das ähnlich. Die Behandlung der Kroatienurlauber sei ein klares Zeichen „für den scheinheiligen Umgang unserer Politiker mit der Coronakrise“, meint sie. Auch Leserin Gerda Wesely übt Kritik an den Maßnahmen der Regierung, allerdings aus anderen Gründen: Steuerzahler würden nun dafür aufkommen müssen, dass Tausende Urlauber „mit erheblichem Geld- und Personalaufwand getestet werden“ - nur weil diese „alle Vorsichtsmaßnahmen missachtet haben“.

Gastkommentator Georg Vetter ortet dagegen Kalkül der Regierung im Bezug auf das „touristisch konkurrierende“ Kroatien. Er versteht etwa nicht, warum Österreich anders als Deutschland keine regionalen Reisewarnungen ausgesprochen hat, zumal nicht alle (Ferien-)Regionen hohe Corona-Infektionsraten melden. Allerdings wurde Kroatien bereits vor der Reisewarnung kritisiert, weil es diesen Sommer vergleichsweise wenige Coronatests durchführte.

(sk)

Diskutieren Sie mit: Halten Sie die neuen Grenzkontrollen für sinnvoll? Wird im Falle von Kroatien politischer Aktionismus betrieben? Wird mit zweierlei Maß gemessen? Und: Kommt das Virus wirklich mit dem Auto?