Wien-Wahl: Parteien beziehen "War Rooms"

WAHLKAMPFZENTRALE DER SPOE WIEN
WAHLKAMPFZENTRALE DER SPOE WIEN(c) APA/ROLAND SCHLAGER (Roland Schlager)

Die Wiener SPÖ hat für den Wahlkampf ein Zusatzquartier angemietet. Die Opposition koordiniert das Buhlen um Stimmen von den Parteizentralen aus. Die ÖVP spricht von einem "Match David gegen Goliath".

Bis zur Wien-Wahl sind es noch gut zwei Monate. Doch schon jetzt herrscht bei den Landtagsparteien höchste Betriebsamkeit: In den Wahlkampfzentralen wird bereits für die Schlacht am 10. Oktober gerüstet. Die SPÖ hat zur Koordination des Stimmenfangs einen 400 Quadratmeter großen "War Room" angemietet. Die politischen Mitbewerber verzichten auf Zusatzquartiere. Auch in Personal- und Budgetangelegenheiten kommen ÖVP, FPÖ und Grüne nicht an rote Dimensionen heran.

Insgesamt 50 bezahlte SPÖ-Wahlkämpfer werden sich auf zwei Geschoßen bis Mitte des Monats in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Bank-Austria-Filiale versammelt haben. Die Parteizentrale in der Löwelstraße sei zu klein, argumentierte Landesparteisekretär Christian Deutsch kürzlich den zusätzlichen Platzbedarf. In Sachen Finanzen gibt sich die Mehrheitsfraktion indes bescheiden. "Wir wollen mit 5 Mio. Euro auskommen", hieß es auf Anfrage.

"David gegen Goliath"

Eine Summe, welche die Konkurrenz ein Lächeln kostet. In Oppositionskreisen geht man von mindestens dem doppelten Betrag aus. "Das ist ein Match David gegen Goliath", sagt ÖVP-Landesgeschäftsführer Norbert Walter. Die Stadtkonservativen, die ihren Feldzug in den Räumlichkeiten der Parteizentrale am Rathausplatz 9 koordinieren, beziffern ihr Budget mit 1,5 bis 2,5 Mio. Euro. Rund 20 Leute sollen bei Vollbetrieb dort sämtliche Aktionen organisieren und den politischen Mitbewerber observieren. Das Personal sei "ein bisschen" - in der Größenordnung von fünf Mitarbeitern - aufgestockt worden.

Den Grünen wiederum stehen laut Landesgeschäftsführer Robert Korbei zehn zusätzliche Kräfte zur Verfügung, womit sich rund 40 Personen hauptsächlich um den mit 1,5 Mio. Euro budgetierten Wahlkampf kümmern werden. Drehscheibe ist das Landesbüro in der Lindengasse 40 in Neubau, wobei schon alles auf Hochtouren laufe. Knapp zwei Wochen vor dem Urnengang am 10. Oktober will die Truppe um Spitzenkandidatin Maria Vassilakou noch eine weitere Dependance - aller Voraussicht nach am Schwedenplatz - eröffnen. Dafür würde allerdings kein Büro angemietet. Vielmehr soll ein öffentlich zugängliches Zelt oder Container als Treffpunkt für Grünpolitiker, Wahlhelfer und potenzielle Wähler dienen.

Im Gegensatz zu den anderen Parteien steckt die FPÖ noch in den Vorbereitungen für ihre "Kommandozentrale". Erst in der dritten Augustwoche soll diese im Vollbetrieb laufen, wobei laut Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein noch nicht feststeht, ob das Wahlkampfbüro in der Bundes- oder Landesgeschäftsstelle eingerichtet wird. Dort sollen dann jedenfalls nicht nur Werbeaktionen vorbereitet werden, sondern auch die Pressearbeit und Interviews mit Parteichef Heinz-Christian Strache stattfinden.

Sowohl auf die Anmietung weiterer Räume als auch auf Zusatzpersonal wollen die Blauen verzichten. Sie werden stattdessen in etwa zehn Leute aus dem bestehenden Team für den Wahlkampf abstellen. Im Wahlkampftopf befänden sich zwischen 3 bis 4 Mio. Euro, so Jenewein.

 

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