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Geleaste Hypo-Boote: Jacht-Schieber verhaftet

Wirtschaftskriminalitaet JachtSchieber verhaftet
(c) EPA (ALI HAIDER)
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Einem Wiener Geschäftsmann und dessen Sohn wird vorgeworfen, mehrere bei der Hypo geleaste Jachten nach Nordkorea weiterverkauft zu haben. Auch Autos soll der Verhaftete vermittelt haben.

wien (red.). In der Affäre um die „verschwundenen“ Leasing-Jachten der Hypo Alpe Adria gibt es die ersten Festnahmen: Ein 69-jähriger Wiener Geschäftsmann und dessen Sohn sind Donnerstagfrüh verhaftet worden. Ihnen wird vorgeworfen, mehrere bei der Hypo geleaste Jachten weiterverkauft zu haben.

Die Verhaftungen erfolgten im Rahmen eines Großeinsatzes Donnerstagfrüh, bei dem mehrere Büros und Wohnungen in Wien und Kärnten durchsucht wurden. An der Aktion beteiligt waren laut „Kronen Zeitung“ das Bundeskriminalamt und die Wirtschaftspolizei.

„Verschwundene“ Jachten

Die Hypo Alpe Adria war groß im Geschäft mit Jacht-Leasing tätig. Vor allem in Kroatien, aber nicht nur dort. Diese Geschäftssparte war während der Hypo-Krise schwer ins Gerede gekommen, nachdem bekannt geworden war, dass bis zu 400 Leasing-Jachten „verschwunden“ seien.

Die Zahl der „abgängigen“ Schiffe wurde später allerdings auf rund ein Dutzend korrigiert. Beim jetzt in Wien aufgeflogenen Vorfall soll sich die Schadenssumme um die zehn Millionen Euro bewegen.

Der Fall hängt allerdings nur am Rande mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Klagenfurt um den Fall Hypo Alpe Adria zusammen. Vielmehr führt die Staatsanwaltschaft Korneuburg seit geraumer Zeit Ermittlungen gegen den Geschäftsmann S. wegen Verstößen gegen das Außenhandelsgesetz durch.

S. soll Jachten an den nordkoreanischen Diktatur Kim Yong Il verkauft haben. Auch Autos soll der Verhaftete nach Nordkorea vermittelt haben. Bisher habe die Staatsanwaltschaft Korneuburg aber keinen Grund gesehen, ihn zu verhaften, sagt deren Sprecher, Friedrich Köhl, zur „Presse“. Gegen Nordkorea gibt es Handelsbeschränkungen, Jachten dürfen demnach nicht geliefert werden.

Fest steht freilich, dass die nach Nordkorea verschobenen Jachten bei der Hypo Alpe Adria geleast worden seien. Die Geschäfte sollen über Bankfilialen in Kärnten und München (die BayernLB war zeitweise Mehrheitseigentümerin der Hypo) abgewickelt worden sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.08.2010)