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Lisa Kaltenegger: Auf der Suche nach Leben auf anderen Planeten

Lisa Kaltenegger
Astrophysikerin und Astronomin Lisa Kaltenegger(c) Jason Koski/ Cornell Marketing
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Die Astrophysikerin und Astronomin Lisa Kaltenegger ist weltweit führend in der Forschung nach Leben auf erdähnlichen Planeten. Marketing Gr (Jason Koski / Cornell Marketing)

Sie war, sagt Lisa Kaltenegger, „immer schon neugierig auf die Welt um mich herum“. Und ebendiese Neugierde, Antworten auf ungelöste Fragen zu finden, hat sie auch zu ihrem Studium gebracht. Begonnen hat die 1977 in Kuchl (Salzburg) geborene Kaltenegger zunächst fünf Studien an der Grazer Karl-Franzens-Universität – Wirtschaft mit Japanisch, Spanisch, Medienkunde, Technische Physik und Astronomie. Schnell war klar, dass Technische Physik („was passiert als Nächstes, genau bis ins Kleinste“) und Astronomie („die großen Zusammenhänge im Kosmos“) für sie die spannendsten Felder waren.

Heute ist Kaltenegger in ihrem Forschungsbereich eine der renommiertesten Wissenschaftlerinnen weltweit. Seit 2015 leitet sie – nach Stationen u. a. an der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), der Harvard-Universität, dem Max-Planck-Institut – das Carl Sagan Institute an der Cornell-Universität in New York, das sie mitbegründet hat: Ein interdisziplinäres Institut mit 35 Professoren aus fünfzehn Studienrichtungen, „eine theoretische und praktische Werkzeugkiste zum Auffinden von Leben im All“, wie Kaltenegger sagt. Sehr vereinfacht gesagt arbeitet die Salzburgerin „daran, herauszubekommen, ob wir allein sind im Universum oder nicht“.

Dass diese Frage möglicherweise in gar nicht so ferner Zukunft beantwortet werden kann, dazu trägt auch Kalteneggers Forschung wesentlich bei, für die sie mehrfach prämiert wurde: zuletzt von der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft mit der Fred Kavli Plenary Lecture – für ihre, wie es in der Begründung heißt, „weltweite Führungsrolle bei der Modellierung der Atmosphäre von felsigen Paletten und Super-Erden in der bewohnbaren Zone um ihre Sterne. Ihre Forschung wird es Astronomen ermöglichen, mit der nächsten Generation großer boden- und weltraumgestützter Teleskope den atmosphärischen Fingerabdruck bewohnbarer Welten zu erfassen und biologische Signaturen jener Exoplaneten zu identifizieren, die tatsächlich lebende Organismen beherbergen.“

Messungen mit Teleskopen sollen dazu beitragen, die Atmosphäre anderer möglicher erdähnlicher Planeten zu erkunden. „Bis jetzt ging das noch nicht“, so Kaltenegger, „weil die Teleskope nicht groß genug waren, um genug Licht von kleinen Planeten für eine Analyse einzufangen. Aber ab nächstem Jahr sollten wir das schaffen. Das ist doch richtig spannend.“

Für Kaltenegger – nach der auch ein Asteroid (Kaltenegger3477) benannt ist – sind Auszeichnungen „eine schöne Anerkennung der eigenen Arbeit, und sie verleihen einem auch Gehör“. Sie möchte, dass ihre Ideen „Flügel bekommen“, dass andere Leute aus „meiner Arbeit neue eigene Ideen schaffen und wir damit viel schneller zu Ergebnissen kommen als einer allein“. Preise seien aber auch wichtig, „damit alle Mädchen sehen, dass das auch etwas für sie ist, Wissenschaft zu betreiben, wenn sie wollen“. Denn noch immer seien Frauen – auch wenn sie längst in der Spitzenwissenschaft vertreten sind – „nicht sehr sichtbar“. (mpm)