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Die Sonne im Herzen, die Solaranlage am Dach

Cornelia Daniel.
Cornelia Daniel.(c) Tony Gigov Photography © 2015 www.tonygigov.com
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Cornelia Daniel hat ihr Leben der Sonne verschrieben. Mit ihrer Initiative Tausendundein Dach will sie jedes Unternehmen im Land für Solarenergie gewinnen.

Wien. Was hat Bill Gates mit dem Waldviertel zu tun? Nicht sonderlich viel. Die größte Schnittmenge heißt vermutlich Cornelia Daniel. Denn die junge Unternehmerin aus Kirchberg am Walde steht dem Microsoft-Gründer zumindest bei der Größe ihrer Visionen um nichts nach. In den 1970er-Jahren prophezeite Bill Gates, dass einmal „auf jedem Tisch ein Computer“ stehen würde. Cornelia Daniels hingegen träumt seit nunmehr sechs Jahren davon, dass bald „auf jedem Unternehmensdach in Österreich eine Solaranlage“ stehen wird. Das erste Zwischenziel will sie mit ihrer Initiative Tausendundein Dach schon heuer erreichen.

Gemeinsam mit dem Solartechnik-Spezialisten 10hoch4 will Dachgold bis Ende des Jahres 1001 Fotovoltaikanlagen mit einer durchschnittlichen Höchstleistung von 20 Kilowatt auf die Unternehmensdächer bringen. Für jedes Solardach spendet die Initiative zudem ein Augenlicht über die Organisation „Licht für die Welt“. Die Chancen, das ehrgeizige Ziel zu erreichen, stehen nicht schlecht.

Doch damit es so weit gekommen ist, musste die Wirtschaftsabsolventin einen weiten Weg zurücklegen. Nach ersten beruflichen Erfahrungen mit der Umsetzung großer Solarparks in Italien und Spanien entschied sie sich, „selbst etwas zu tun, um die Welt ein Stück weit besser zu machen und damit Erfolg zu haben“. Als sie vor neun Jahren damit begonnen hat, Unternehmen von der Sinnhaftigkeit einer eigenen Solaranlage zu überzeugen, stand die leidenschaftliche Unternehmerin noch oft vor verschlossenen Türen. „Am Anfang war es unglaublich schwierig, jemanden für das Thema zu interessieren“, erinnert sich die Mittdreißigerin. „Mit dem Klimathema durfte man damals jedenfalls nicht argumentieren.“ Zugehört haben die meisten erst dann, wenn Cornelia Daniel den Taschenrechner zückte und vorrechnete, wie schnell sich selbst die Fotovoltaikanlage am Dach auszahlen kann.

Selbst ohne Förderung ist selbst produzierter Solarstrom um 20 bis 30 Prozent billiger als Elektrizität vom Netz. Aber das gilt nur dann, wenn man – wie ein Unternehmen – so viel Energie benötigt, dass man einen Großteil des eigenen Stroms auch selbst verbraucht. Am schnellsten hätten das die österreichischen Familienunternehmen begriffen, erzählt Daniel. „Sie denken in Generationen und verstehen am besten, dass eine Solaranlage eine ähnlich langlebige Investition sein kann wie eine Eigentumswohnung.“

Mittlerweile muss die Unternehmerin weniger Überzeugungsarbeit leisten. „Der Boom ist da“, sagt sie. Auch die Coronakrise habe ihren Teil dazu beigetragen. Gerade die Investitionsprämie sei hilfreich. Nicht nur, weil man für grüne Investitionen mehr bekommt, sondern auch, weil sie ein Ablaufdatum hat. Die Botschaft an die Firmen sei klar: Wenn ihr etwas tun wollt, dann jetzt! Darum ist Daniel auch optimistisch, dass sich die fehlenden 500 Dächer auf das Zwischenziel heuer noch ausgehen werden. Zufrieden kann sie in jedem Fall sein. „So viel Gutes wäre nie passiert, wenn ich mir nicht große Ziele gesetzt hätte.“ (auer)