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Forschungsförderung

„Wettbewerb ist in der Wissenschaft anders als in der Wirtschaft“

Der ehemalige ERC-Präsident Jean-Pierre Bourguignon.
Der ehemalige ERC-Präsident Jean-Pierre Bourguignon.World Economic Forum/Jakob Polacsek
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Die Freiheit der Forschung und der Ruf nach Rendite für das dafür ausgegebene Geld sind ein Widerspruch, über den der ehemalige ERC-Präsident Jean-Pierre Bourguignon in Alpbach diskutiert. Kann eine Balance zwischen diesen Ansprüchen hergestellt werden?

Die Presse: Der Titel der Diskussionsrunde, die vom Wissenschaftsfonds FWF bei den Alpbacher Technologiegesprächen veranstaltet wird, lautet „Return on Investment“ – das klingt mehr nach einem Businessplan als einer Strategie zur Forschungsförderung. Was ist in diesem Kontext mit „Return“ gemeint?

Jean-Pierre Bourguignon: Das muss natürlich nicht immer die Lösung für ein konkretes Problem sein. Denn um ein Problem überhaupt zu formulieren, muss man es ja zunächst richtig verstehen – hier braucht es von Neugierde getriebene Grundlagenforschung. Man weiß im Vorfeld ja nie, wo man auf Lösungen für konkrete Fragestellungen stößt. Ein gutes Beispiel ist die Forschung an Coronaviren: Seit über zwanzig Jahren wird diese Art von Viren erforscht. Nur dadurch war es möglich, innerhalb von zwei Wochen die Struktur des neuen Sars-CoV-2-Virus aufzuklären.

Also könnte man jeden Wissensgewinn als Rendite für die Investition in die Forschung sehen?