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Interview

Wallström: „Ich bete, dass Trump die Wahl verliert“

Sozialdemokratin Wallström: US-Präsident Trump hat viel an internationaler Zusammenarbeit kaputtgemacht.
Sozialdemokratin Wallström: US-Präsident Trump hat viel an internationaler Zusammenarbeit kaputtgemacht.Aftonbladet / Zuma / picturedesk
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Die schwedische Ex-Außenministerin und Vizepräsidentin der EU-Kommission über die Krise der internationalen Kooperation.

Die Presse: Der Multilateralismus als Zusammenarbeit von Staaten zur gemeinsamen Bewältigung von Herausforderungen steckt in der Krise. Warum?

Margot Wallström: Es ist offenkundig, dass wir eine stärker polarisierte Welt haben, in der der Glaube an Kooperation, Multilateralismus und Freihandel in manchen Teilen gegenüber Nationalismus und Patriotismus ins Hintertreffen geraten. Auch der Freihandel wird infrage gestellt. Die Idee, das eigene Land und nationale Interessen an die Spitze zu stellen, wie wir sie in den USA sehen, greift um sich. Auf der anderen Seite sehen wir Tag für Tag, dass die Länder und Kontinente stark voneinander abhängig sind. Das eigentliche Problem liegt in der Innenpolitik der Staaten, die enorme soziale und wirtschaftliche Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen haben entstehen lassen. Das ist die Brutstätte dieser Ideen. Dazu kommt, dass vielfach das Vertrauen in die Regierungen fehlt. Wir wissen von allem, was wir sehen – einschließlich der Pandemie –, dass wir gemeinsam dagegen ankämpfen müssen. Die Klimaerwärmung ist die größte Herausforderung für die Menschheit und für die Regierungen in allen Erdteilen.

Daneben gibt es andere globale Herausforderungen, wie Migration, nukleare Aufrüstung. Wie soll man dagegen vorgehen?

Wir müssen unsere verschiedenen Plattformen und Formate dazu nützen, wie die UNO oder die EU. Wir brauchen auch fast überall mehr lokale Sicherheitsabkommen. Denken Sie nur an das Südchinesische Meer. Es gibt genug zu tun für die UNO und die EU, sowohl was die nukleare Bedrohung angeht als auch den Klimawandel und Probleme des Umweltschutzes. Ich bin glücklich und stolz, ein internationales Panel zu leiten, das an einem Projekt 2022 von Sipri (Stockholm International Peace Research Institute, Anm.) arbeitet. Es heißt „Environment of Peace“ (Umwelt des Friedens). 2022 wird es genau 50 Jahre her sein, dass in Stockholm die erste internationale Umweltkonferenz der UNO stattgefunden hat. Wir forschen und stellen Ideen und Instrumente für Entscheider und Meinungsbildner auf der ganzen Welt zusammen, um den Umweltschutz zu verbessern und den Klimawandel zu bekämpfen. Zugleich wollen wir die Verknüpfung zwischen Klimawandel und Sicherheit aufzeigen. Die Zerstörung der Umwelt kann das Risiko militärischer Auseinandersetzungen erhöhen.