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Wien

Gürtel-Pool zieht nicht in den Auer-Welsbach-Park

Das Projekt "Gürtelfrische West" sorgte für ordentlich Diskussionsstoff in Wien.
Das Projekt "Gürtelfrische West" sorgte für ordentlich Diskussionsstoff in Wien.APA/HANS PUNZ
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Das Sperren von Fahrspuren für einen Swimmingpool auf dem Wiener Gürtel sorgte für großes Aufsehen. Die Übersiedlung des Schwimmbeckens in den 15. Bezirk wurde nun abgesagt.

Die temporäre Sommer-Planschgelegenheit am Wiener Gürtel wird nach dem 30. August doch nicht nach Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus übersiedeln. Es fehle am dafür notwendigen Geld für die Aufstellung im Auer-Welsbach-Park, berichtete zuerst die "Kronenzeitung". Die Meldung wurde Samstagvormittag von Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal (SPÖ) bestätigt. Die Übersiedlung hätte rund 80.000 Euro gekostet.

Der "Gürtel-Pool" war aufgrund seiner ohnehin schon hohen Kosten Brennpunkt vieler kommunalpolitischer Diskussionen. Der Pool ist bis Sonntag noch bis 21 Uhr benutzbar. Die anderen Bereiche, also etwa der Grünfläche oder der Gastro-Kiosk, sind bis 22 Uhr in Betrieb.

Die Wiener Vizebürgermeisterin Birgit Hebein von den Grünen hatte das Projekt „Gürtelfrische West“ - also die temporäre Sperre
einer siebenspurigen Gürtelkreuzung zwecks Schaffung einer "grünen
Oase" samt Pool - zuletzt als aktuelles "rot-grünes Vorzeigeprojekt“ bezeichnet. Man sollte überlegen, "ob wir sowas nicht dauerhaft
machen und an verschiedenen Orten in Wien". Aus vielen Bezirken gebe
es den Wunsch nach ähnlichen Initiativen. Der öffentliche Raum sei
in Wien einfach ungerecht verteilt: "65 Prozent haben die Autos und
die Straßen."

FPÖ, ÖVP und Team Strache zeigten sich vom Badevergnügen auf der Fahrbahn wenig begeistert. Der blaue Bezirksparteiobmann, Gemeinderat Dietbert Kowarik, sah in dem Projekt einen Versuch der SPÖ, "krampfhaft grüne Autofahrerschikanen nachzuahmen", wie er per Aussendung mitteilte. Die ÖVP schlug in dieselbe Kerbe. "Wir befinden uns in der größten Krise der Zweiten Republik. Wie reagiert die Stadtregierung? Sie sperrt den Wiener Gürtel", ärgerten sich Verkehrssprecher Manfred Juraczka und Bezirksparteiobfrau Christina Schlosser. Das sei der nächste Anschlag auf Wiens Verkehrsadern. Team Strache-Chef Heinz-Christian Strache ortete einen "rot-grünen Verkehrswahnsinn".

(APA)