Wald. Hinaus in die Natur lautet die Urlaubsdevise, vor allem in diesem Coronajahr.
Nachhaltiger Urlaub

Mit Abstand und Anstand

Ist ressourcen- und klimaschonendes Reisen einfach nur langweiliger als unsere herkömmlichen Exzesse? Nicht im Geringsten! Der komplette Kollaps der Tourismusindustrie zeigte das exemplarisch.

Vom Konzept des bazillenschleudernden Massentourismus verabschieden sich aktuell massenhaft Menschen - allein schon aus Abstandsgründen. Pauschaltouristische Urlaubsformen, dem Bedürfnis nach Sicherheit und Betreuung entsprechend, sind sowieso nicht übermäßig würdevoll oder sympathisch, dienen sie doch ich-schwachen Gruppenreisenden, orientierungslosen Disneylandbesuchern beziehungsweise zugedröhnten Ballermännern und -frauen als Vehikel, ihren Fußabdruck möglichst tief in die Region zu rammen. "Wie sie aufhalten?", fragten sich viele. Derartige Tourismusformen erzeugten ja die unerfreuliche Stilform der blondiert-bierbäuchigen Fleischpresse aus Menschen mit Roleximitaten, Lederhosen, aufgeklebten Plastikfingernägeln. Sie förderten das Ausleben konventioneller Rollenbilder und erreichten, zu den Klängen von Intelligenzhadernsängern, einen Höhepunkt im Skandal von Ischgl. Logischerweise sind Geschmacksüberschreitungsexzesse gesetzlich ununterbindbar. Gnädig schritt Corona ein und löste dieses ästhetische Problem. Schluss, Ende, Hulapalu.