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Belarus

Aktivisten trotzen Lukaschenkos Drohungen

"Wir müssen die Beziehungen stärken und die Zusammenarbeit weiter ausbauen.“
"Wir müssen die Beziehungen stärken und die Zusammenarbeit weiter ausbauen.“ W. Putin im Gespräch mit A. Lukaschenkoimago images/ITAR-TASS
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Obwohl das Regime in Minsk seit dieser Woche wieder schärfer gegen seine Gegner vorgeht, gingen auch am
Wochenende wieder Zehntausende politisch Unzufriedene im ganzen Land auf die Straße. Es gab wieder viele Festnahmen.

Minsk/Danzig. „Hau ab!“ und „Lukaschenko in den Gefängniswagen!“, skandieren die Demonstranten auf der einen Straßenseite. Von der anderen Seite plärren sowjetische Marschlieder aus Lautsprecherwagen der belarussischen Armee. Unweit des Unabhängigkeitsplatzes im Zentrum von Minsk stehen sich die beiden Gruppen feindselig gegenüber. Doch wer gute Nerven hat, lässt sich noch kurz vor dem martialischen Spalier der grünen Sondertruppen mit einer traditionellen weiß-rot-weißen Fahne oder zumindest einem Schirm in den Nationalfarben der Opposition ablichten.

Das Minsker Regierungsviertel war am Sonntag wieder einmal mit mobilen Zäunen abgeriegelt. Rund um den Unabhängigkeitsplatz wurden präventiv und teils äußerst brutal ein paar Dutzend Aktivisten der Opposition festgenommen und in bereitstehende Gefängniswagen bugsiert. Die Route des „Marsches für Frieden und Unabhängigkeit“ musste schleunigst gewechselt werden.