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Mangel an Kassen­ärzten: Schieflage verstärkt sich

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Die Zahl der Kassenärzte sinkt weiter, immer mehr Mediziner werden Wahlärzte. Gesundheitsminister Anschober setzt auf die Einrichtung von Primärversorgungszentren – von denen gibt es österreichweit aber erst 17.

Wien. Von Ärztemangel kann in Österreich keine Rede sein, die Zahl der Ärzte im Verhältnis zur Bevölkerung ist hoch. Aber: Im Bereich des öffentlichen Gesundheitswesens, bei Ärzten mit einem Kassenvertrag, wird es zunehmend schwieriger, frei werdende Stellen zu besetzen: Landärzte in abgelegeneren Gebieten, aber auch Stellen für praktische Ärzte in Wien sind ebenso schwer zu besetzen wie Facharztstellen in manchen Fachgebieten.

Dieser Trend hält weiterhin an, wie die aktuellen Zahlen aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung von Gesundheitsminister Rudolf Anschober zeigen. Neos-Mandatar Gerald Loacker hat die Entwicklung bei praktischen Ärzten, Fachärzten und Ärzteposten in Spitälern abgefragt.
Die Zahl der praktischen Ärzte mit Kassenvertrag ist demnach zwischen 2010 und 2020 von 4213 auf 4054 gesunken – bei gleichzeitig steigender Bevölkerungszahl. Der Rückgang betrifft fast alle Bundesländer, mit einer Ausnahme: In Niederösterreich ist die Zahl der Kassenärzte leicht angestiegen. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Wahlärzte unter den Allgemeinmedizinern deutlich erhöht, nämlich von 2119 auf 2653.