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Finanzmarkt

US-Börsen stürzen ab

Nach starken Zugewinnen...
...ging es am Donnerstag deutlich abwärts.REUTERS
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An der Wall Street krachte es am Donnerstag gewaltig. Zuletzt stark gestiegene Techwerte wurden aus den Depots geworfen.

Am Donnerstagnachmittag sah an den Börsen noch alles relativ unaufgeregt aus. Das änderte sich allerdings, als die Wall Street ihre Pforten öffnete. Die drei großen Indizes, Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 rutschten nach Handelsstart ins Minus und setzten ihre Verluste im Verlauf des Abends noch stärker fort.

 

Der Leitindex Dow Jones verlor zwischenzeitlich 1000 Punkte und sorgte damit für den größten Abverkauf seit Monaten. Die Technologiebörse Nasdaq sah sich zeitweise gar mit einem Rückgang von über fünf Prozent konfrontiert.

Zunächst hatten gemischt ausgefallene Konjunkturdaten die Stimmung an den US-Börsen gedrückt. Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge fiel zwar etwas geringer aus als befürchtet. Das US-Außenhandelsdefizit kletterte im Juli aber auf den höchsten Stand seit zwölf Jahren. Das nahmen viele Anleger offenbar zum Anlass, um Kasse machen. Vor allem Techwerte wurden in Bausch und Bogen abverkauft.

Die Papiere des Onlinekonferenzanbieters Zoom fielen um fast zehn Prozent, Tesla gab beinahe im selben Ausmaß nach. Für AMD ging es um über acht Prozent nach unten, ebenso für Apple. Auch Microsoft (minus sechs Prozent) und Amazon (minus 4,6 Prozent) mussten Federn lassen.

Viele Kleinanleger neu im Markt

Ob viele Anleger nur ihre Gewinne mitnehmen wollten, oder ob sie Schlimmeres befürchten, war nicht abzusehen. Klar ist aber, dass insbesondere Papiere aus der Techindustrie seit der Coronakrise neue - und noch zu Jahresbeginn undenkbare Rekordwerte - erklommen. Vielfach tauchte deshalb schon die Angst vor einer Techblase auf. Allein die Nasdaq hat heuer nämlich schon um über 30 Prozent, zwischenzeitlich sogar um fast 40 Prozent, zugelegt. Auch der S&P 500 liegt seit Jahresbeginn im Plus. Dabei geht es der US-Wirtschaft im Allgemeinen gar nicht so blendend.

Allerdings hat die Notenbank Fed mit ihren Stützungsmaßnahmen dafür gesorgt, dass es an den Finanzmärkten weiterhin wie geschmiert läuft. Den Ball nahmen die Marktteilnehmer dankend auf, nicht nur die Profis. Auch viele junge (Klein)-Anleger haben sich dank einfach bedienbarer Trading-Apps in den Markt eingekauft und die Kurse teils gehörig nach oben getrieben. Ihre Erfahrung an der Börse ist allerdings überschaubar, weshalb sie dazu neigen dürften, ihre Nerven schneller zu verlieren.


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("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.09.2020)