12. Meidling

Warum Kurz (auch) Großstadt kann

Die Volkspartei gewinnt auch in früheren Arbeiterbezirken. Jung und konservativ kommt in der Großstadt wieder gut an. Am Beispiel Wien-Meidling. Aber nicht nur.

Wer an Meidling denkt, hat es eilig. Entweder muss man dort umsteigen – in die Schnellbahn, die U6, die U4 oder die Badner Bahn. Oder man braust mit dem Auto über den mehrreihigen Asphalt der Breitenfurter, Altmannsdorfer oder Hetzendorfer Straße mit ihrem Autowerkstatt-Pfandhaus-Susis-Barpanorama. Und kommt dabei nicht auf die Idee, einmal etwas anderes zu tun. Wie: stehen zu bleiben.

Wobei: So stimmt das nicht. Denn die Zahl derer, die nicht bloß stehen bleiben, sondern bleiben, wächst. Vor allem junge Familien zieht es in den mittig gelegenen Bezirk, der nicht so teuer, aber auch nicht mehr ganz billig ist. Kransilhouetten künden von baulicher Betriebsamkeit. Rund um den Meidlinger Markt (mit der kleinsten Konditorei und dem entspanntesten Hund der Stadt) entstehen Penthäuser, auf den Kometgründen wächst ein Wohn-Shopping-Büro-Komplex und die Wildgartensiedlung am Rosenhügel wird über 2000 Menschen Platz bieten.