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Gedankenlese

Sommer 2020: Der erbärmliche Auftritt der Intellektuellen

Die Klage über die Diskursdominanz linker Tugendwächter wird in den USA und in Deutschland immer eindringlicher.

Es hätte ein Sommer der sprühenden Ideen und der geistreichen Diskurse in der Welt der Publizistik werden können. Denn angesichts der Coronapandemie und ihrer Auswirkungen auf alle Lebensbereiche „lechzten die Leser nach Reflexion und Orientierung“, schrieb der deutsch-amerikanische Literaturwissenschaftler und Publizist Hans-Ulrich Gumbrecht im Feuilleton der „Neuen Zürcher Zeitung“ (10. 8.). „Doch noch nie (. . .) haben wir Intellektuellen so erbärmlich ausgesehen wie im Sommer 2020. Der Hunger des Publikums schlug alsbald in aggressive Langeweile um“, führt der emeritierte Stanford-Professor weiter aus.

Der Hauptgrund für diesen „erbärmlichen“ Zustand ist laut Gumbrecht: „Akademische Intellektuelle haben an den amerikanischen Universitäten ein Regime des Meinungsterrors errichtet. Wie in den jakobinischen Jahren zwischen 1792 und 1794 werden Denkmäler gestürzt, Gebäude umbenannt, Kollegen geächtet und in der Folge gefeuert, die sich nicht laut genug zu den dominierenden Tugenden bekennen.“ Dazu gehören: „Dass die einzigen Tugendwahrheiten den besoldeten Denkern der akademischen Linken gehören; dass wir als entschlossene Antirassisten den Mitmenschen sämtlicher Minderheiten ein gutes Leben wünschen.“