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Coronavirus

Eltern boykottieren Schulstart in Spanien

In Valencia kehrten viele Schülerinnen und Schüler am Montag wieder in die Schulen zurück - das war nicht im ganzen Land so.
In Valencia kehrten viele Schülerinnen und Schüler am Montag wieder in die Schulen zurück - das war nicht im ganzen Land so.APA/AFP/JOSE JORDAN
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In vielen Regionen nehmen Neuinfektionen mit dem Coronavirus drastisch zu. Eltern lassen ihre Schüler daher lieber zu Haus. Auch die Lehrer in Madrid wollen übernächste Woche streiken. Beides nicht zur Freude der Bildungsministerin.

 
 

Die Wiederaufnahme des Unterrichts nach rund sechsmonatiger Pandemie-Pause ist im Corona-Hotspot Spanien von zahlreichen Zwischenfällen überschattet worden. In der wegen der vielen Neuausbrüche abgeriegelten 11.000-Einwohner-Gemeinde Santoña in der Region Kantabrien boykottierte der größte Teil der Eltern den Schulbeginn, wie Medien am Dienstag berichteten.

In der Volksschule "Macias Picavea" etwa seien am Montag nur 21 der 500 eingeschriebenen Kinder erschienen, in "Juan de la Cosa" nur sieben von 350. "Es ist nicht logisch, dass bei uns alles zu ist und die Kinder zur Schule müssen", wurde Gloria Izan, Mitglied des "Juan de la Cosa"-Elternrates von der Zeitung "El País" zitiert.

Bildungsministerin warnte vor Boykott

Zum Boykott riefen auch Elternverbände in vielen anderen Regionen Spaniens auf. In mehreren Städten Andalusiens, wo der Unterrichtsbeginn für kommenden Montag angesetzt ist, wurde dazu aufgerufen, zum Zeichen des Protests gegen die als unsicher angeprangerten Bedingungen die Schultaschen an Balkonen und Fenstern zu hängen. Dabei hatte Bildungsministerin Isabel Celaá die Eltern bereits Ende August vor einem Schulboykott aus Angst vor dem Virus gewarnt. "Die Präsenz in den Klassenräumen ist Pflicht", sagte sie.

In Madrid, der von den Neuausbrüchen zuletzt am stärksten betroffenen Region Spaniens, protestieren nicht nur die Eltern, sondern auch die Lehrer. Sie kündigten für den 22. und den 23. eine Arbeitsniederlegung und Kundgebungen an. In der Hauptstadt gab es am Dienstag auch eine erste Hiobsbotschaft. Am angesehenen privaten Lycée Français musste eine Volksschulklasse unter Quarantäne gesetzt werden. Ein Schüler sei nach dem Schulbeginn am vorigen Freitag positiv getestet worden, teilten die regionalen Behörden mit.

Maskenpflicht immer und überall

Die mehr als 410.000 Vor- und Volksschulkinder an den öffentlichen Schulen Madrids kehrten am Dienstag in die Klassenräume zurück. Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso versuchte, die Eltern zu beruhigen: "Wir schicken die Kinder doch nicht in Risikogebiete."

In Spanien gilt für Kinder ab sechs Jahren auf dem Schulgelände fast immer und überall Maskenpflicht. Lehrer und Schüler müssen sich zudem täglichen Temperaturmessungen unterziehen.

Seit Ende Juni steigt die Zahl der Neuinfektionen in Spanien wieder nahezu stetig an. Die Zahl der Ansteckungen seit Ausbruch der Pandemie überschritt am Montag die Marke von 500.000. Sie liegt damit höher als in jedem anderen westeuropäischen Land.

 
 

(APA/dpa)

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