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Analyse

Gas ist nicht nur ein Opfer der Geopolitik

Employee works on the production line of tanks for liquefied natural gas (LNG) at an energy equipment company in Nantong
Irland will keinen Flüssiggas-Terminal bauen, weil es „keinen Sinn mehr macht“.REUTERS
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Der Streit um den Bau der russischen Gaspipeline Nord Stream II ist nur ein Grund, warum Investoren neue Gas-Projekte scheuen. Die anderen lauten Ideologie und Ökonomie.

Spätestens seit der Vergiftung des russischen Oppositionellen Andrej Nawalny ist die umstrittene Gaspipeline von Russland nach Europa, die Nord Stream II, unter Dauerbeschuss. Die USA arbeiten gemeinsam mit Ländern wie Polen bereits seit Monaten daran, das Konkurrenzprojekt zur amerikanischen Flüssiggaslieferungen (LNG) in die EU zu Fall zu bringen. Selbst die deutsche Regierung überlegt mittlerweile ernsthaft, den Bau der Leitung zu unterbinden, die mehr russisches Gas an der Ukraine vorbei in die EU bringen soll.
Das späte Aus für das bereits zu 90 Prozent fertiggestellte Milliardenprojekt wäre ein schwerer Schlag für die russische Gazprom und ihre Verbündeten. Darunter auch die heimische OMV, die als Ko-Financier für die Gasleitung firmiert. Und es wäre ein schwerer Schlag für die Versorgungssicherheit und die geplante Energiewende am Kontinents, argumentieren die Befürworter. All das opfere Europa am Altar der Geopolitik.

Aber das alleine ist es nicht. Der frühere Hoffnungsträger Gas hat viel größere Probleme als nur die Politik.