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Tierseuche

Südkorea verbietet Schweinefleisch-Import aus Deutschland

APA/dpa/Friso Gentsch
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In China hat die Afrikanische Schweinepest 2018 zu einem massiven Importanstieg von Fleisch aus Deutschland geführt. Mittlerweile ist die Tierseuche aber auch dort angekommen - Südkorea reagiert mit einem Importverbot.

Als Konsequenz auf das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland hat Südkorea am Donnerstag die Einfuhr von Schweinefleisch aus der Bundesrepublik untersagt, wie das Landwirtschaftsministerium in Seoul mitteilte.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist für Menschen ungefährlich, für Haus- und Wildschweine endet eine Ansteckung aber meistens tödlich. In China begann Anfang 2018 das Massensterben von Millionen Schweinen, die sich damit infiziert hatten. Auch Südkorea erlebte 2019 einen - weitaus kleineren - Ausbruch der Tierseuche mit mindestens 14 festgestellten Fällen. Das führte zum Keulen von mehr als 145.000 Schweinen, um das Virus einzudämmen.

So kam es, dass die Asiaten bis Anfang 2020 Massen an Schweinefleisch aus der Europäischen Union (EU) und insbesondere aus Deutschland importierten. Das sorgte in Österreich für einen Rekordpreis von fast zwei Euro pro Kilogramm Schweinefleisch. Wegen der Coronakrise und weil die ASP mittlerweile auch in Europa angekommen ist, produzieren die Asiaten wieder mehr eigenes Fleisch und haben die Importe stark zurückgefahren.

Ursache vermutlich weggeworfene Speisereste

Heute, Donnerstag, wurde die Tierseuche erstmals bei einem toten Wildschwein in Brandenburg - nahe der Grenze zu Polen - nachgewiesen, wie Bundesagrarministerin Julia Klöckner in Berlin mitteilte. Jetzt gelte es, zu klären, ob es über den Kadaver hinaus eine Verbreitung in dem Gebiet gebe. Bereits im Jänner hatte die deutsche Bundesregierung die Verbreitung der Tierseuche befürchtet. Im März war dann in Polen ein daran gestorbenes Wildschwein nur etwas mehr als zehn Kilometer vor der Grenze zu Deutschland entdeckt worden. Als Ursache für die Verbreitung in Europa vor allem über längere Entfernungen wird achtloses Wegwerfen von Speiseabfällen vermutet, die den Erreger enthalten.

Ziel sei es, das Geschehen einzugrenzen. Für Landwirte können nun Exportstopps für Schweinefleisch ins Nicht-EU-Ausland etwa nach Asien drohen. Klöckner warnte aber vor Panikmache bei den wirtschaftlichen Folgen: „Es ist ein Wildschwein gefunden worden in einem Landkreis."

Krisenmaßnahmen laufen in zwei brandenburgischen Landkreisen an, wie Landesverbraucherministerin Ursula Nonnemacher in Potsdam sagte. In einem Radius von mindestens 15 Kilometern um den Fundort soll jetzt ein vorläufiges Gefahrengebiet eingerichtet werden, in dem die Hygienebedingungen noch strenger und öfter kontrolliert werden.

(red./APA)