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Vom Extremsport, in die Arbeit zu radeln

Ja nicht auf den Helm vergessen!Die Presse/Clemens Fabry
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Tägliches Fahrradfahren ist nicht nur gesund, sondern immer wieder eine Grenzerfahrung.

Es gibt ja immer wieder Ratgeber und Initiativen, die propagieren, den Arbeitsweg mit dem Rad zurückzulegen. Es hält fit, man ist in der Stadt meist schneller, es spart Geld und ist obendrein noch positiv für den Planeten. Und seit Corona kommen auch noch – im Gegensatz zur U-Bahn – Keim- und Maskenfreiheit als schlagende Argumente dazu. All dem kann man widerspruchslos zustimmen. Allerdings muss, wer frisch auf's Citybike steigt, eines wissen: Man wird zum Extremsportler.

Wie eine bekannte Online-Enzyklopädie definiert, gehen Extremsportler „an äußerste sportliche Grenzen“, und das unter „außergewöhnlichen technischen, logistischen, physischen oder psychischen Herausforderungen“ und „hohen Risiken“. Denn auch wenn Pop-Up-Radwege und Fahrradstraßen etwas anderes suggerieren wollen, in der Rush Hour Rad zu fahren ist alles andere als gemütlich. Ständig lauert die Gefahr: Ist es die unachtsam geöffnete Autotür eines parkenden Wagens, der Fußgänger, der dahinter hervorspringt, die viel gefürchtete Schienenfalle oder der den Vorrang missachtende SUV. Eine Sekunde der Unachtsamkeit kann böse enden. Wer in die Arbeit radelt, nimmt es außerdem mit höheren Gewalten auf sich. Was beim Solo-Klettern die Schwerkraft und beim Freeskiing das Schneebrett ist, ist beim Radfahren die Blechlawine. Ja nicht dazwischengeraten!

Es klingt verrückt, trotzdem steigen jeden Tag wieder tausende – die Autorin ist eine von ihnen – auf ihre Räder. Zusätzlich zu den oben angeführten Gründen gibt es nämlich noch eine Zutat, die jeden Extremsport ausmacht: Adrenalin. Das, was für das Erhebende Gefühl sorgt, wenn man an 20, 30, 40 stehenden Autos vorbeizieht, die neidvollen Blicke im Rücken und die Morgensonne im Gesicht. Dann ist alles andere vergessen.

E-Mails an: teresa.wirth@diepresse.com