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Halbe Milliarde EU-Förderung falsch eingesetzt

Die Summe stieg um 114 Mio. auf 485 Mio. Euro.

Brüssel. In der EU sind laut einem Bericht der Antibetrugsbehörde Olaf im vergangenen Jahr Fördermittel von fast einer halben Milliarde Euro missbräuchlich eingesetzt oder zweckentfremdet worden. Die Gesamtsumme bezifferte die Brüsseler Behörde am Donnerstag in ihrem Jahresbericht auf 485 Millionen Euro. Das sind 114 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Olaf hat das Ziel, Betrug mit EU-Geld zu untersuchen und aufzudecken. Die Ermittler schauen sich dabei auch die Arbeit innerhalb der europäischen Behörden an. Im aktuellen Bericht liegt ein Schwerpunkt auf Missbrauch mit Schäden für die Umwelt und Missbrauch von Geldern für Umweltprojekte. Regelmäßig gebe es etwa Betrug bei der Wasserversorgung und bei Wasseraufbereitungssystemen. So habe eine rumänische Firma ohne jegliche Erfahrung in diesem Bereich Geld erhalten. Gefälschte Dokumente sollten unter anderem eine Kooperation mit einem deutschen Unternehmen belegen. Der Schaden wird auf sechs Millionen Euro beziffert. Olaf-Leiter Ville Itälä sagte, die Arbeit der Behörde werde heuer stark vom Coronavirus geprägt. (APA/DPA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.09.2020)