CORONAVIRUS: MASKENPFLICHT IN SUPERMAeRKTEN
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Mitreden beim Coronavirus: Wie kommt Österreich gut durch den Herbst?

Bei rot bleib stehen, bei grün wird's aber trotzdem strengere Regeln geben? Die Corona-Ampel sorgt für Kritik, die Zahlen steigen - und die Regeln werden verschärft. Wie geht es weiter? Diskutieren Sie mit!

Anfang September wurde die erste Ampelschaltung präsentiert, seitdem gibt es weiter steigende Corona-Zahlen und viel Hick-Hack. Linz war etwa mit der gelben Warnstufe gar nicht zufrieden und wurde nach einer Woche wieder „grün“ wie der Großteil Österreichs, andere Bezirke sollen nun besser aufpassen, „orange“ ist kein Bezirk geworden. Und wie am Freitag bekanntgegeben wurde gibt es trotzdem Verschärfungen für ganz Österreich. Die Maskenpflicht kehrt in vielen Bereichen zurück und auch in der Gastronomie und bei Veranstaltungen gibt es strengere Regeln.

Die Idee hinter der Ampel ist eigentlich einleuchtend: Nachdem Cluster meist regional begrenzt sind, kann man auch regionale Maßnahmen setzen. Doch genau darin liegt auch die Schwäche des Instruments: denn kein Bezirk will der „Corona-Bezirk“ sein, wie auch Innenpolitik-Chef Oliver Pink in der Vorwoche in einem Leitartikel schrieb. Er meint aber auch: „Wenn das Contact Tracing wirklich effektiv ergänzt/ersetzt werden soll, dann führt an einem realistischen Bild kein Weg vorbei."

Nicht nur bei der Ampel hakt es. Thomas Kramar kritisiert jedenfalls die mangelnde Transparenz in der (beinahe orangen) Hauptstadt: „Wieso erfährt die Öffentlichkeit in Wien viel weniger über Corona-Cluster als in den anderen Bundesländern“, fragt er sich in einer Morgenglosse.

Auch rechtlich ist nicht immer alles im grünen Bereich. Dass Verordnungen aus dem Gesundheitsministerium nicht immer halten, tut Vizekanzler Werner Kogler mit Sprüchen über „Obermoralisten“ ab. Philipp Aichinger sieht das in einem Kommentar etwas anders.

Hanno Lorenz, Ökonom bei der Agenda Austria, meint unterdessen, der Sommer wurde vergeudet. Warum? Denn Ampelfarben hin oder her, Homeschooling wird uns wohl auch im Herbst begleiten. „Anstatt Schulen, Lehrer und Schüler darauf vorzubereiten, wie sie für den Fall von Schulschließung einen Notbetrieb im virtuellen Klassenzimmer nutzen können, wird der Unterricht wieder auf die Eltern abgewälzt“, kritisiert er in einem Gastkommentar.

Norbert Rief stört noch etwas anderes: „Die Bekämpfung der Coronakrise hat alle politischen Ressourcen gebunden“, schreibt er in einem Leitartikel. Nun werde es eigentlich Zeit, „dass man sich auch wieder mit anderen Fragen beschäftigt.“ Denn: „Die Klimakrise ist eine weitaus größere Bedrohung für die Menschheit."

(sk)

Diskutieren Sie mit: Was kann die Corona-Ampel? Welche Maßnahmen erachten Sie angesichts der steigenden Zahlen für sinnvoll? Fürchten Sie sich vor einer zweiten Welle? Und: Können Sie das C-Wort eigentlich überhaupt noch hören?