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Sars-CoV-19

Coronavirus: 869 Neuinfektionen österreichweit

Abstand halten - das wird wieder wichtiger.
Abstand halten - das wird wieder wichtiger.(c) Gepa
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444 Neuinfektionen gab es allein in Wien - der höchste Tageswert bisher. In Niederösterreich verbreitete sich das Virus in zahlreichen kleineren Clustern.

Die aktuellen Corona-Zahlen haben am Samstag neuerlich eine drastische Zunahme gezeigt: Laut Innen- und Gesundheitsministerium gab es nicht weniger als 869 Neuinfektionen, davon alleine 444 in Wien. 580 Neuinfektionen waren am Freitag gemeldet worden, ein Wert, den nun die Bundeshauptstadt gemeinsam mit Niederösterreich (135) beinahe erreicht hat.

Bisher gab es 32.696 Erkrankte, 754 Personen sind bisher an den Folgen des Coronavirus verstorben und 26.579 wieder genesen. Aktuell befinden sich 209 Personen aufgrund des Coronavirus in krankenhäuslicher Behandlung, davon 42 der Erkrankten auf Intensivstationen.

Die Neuinfektionen teilen sich auf die Bundesländer Österreichs wie folgt auf:

  • Burgenland: 9
  • Kärnten: 6
  • Niederösterreich: 135
  • Oberösterreich: 78
  • Salzburg: 25
  • Steiermark: 57
  • Tirol: 87
  • Vorarlberg: 28
  • Wien: 444

Anschober: „Diese Zahlen sind deutlich zu hoch“

"Diese Zahlen sind für diesen Zeitpunkt deutlich zu hoch. Jetzt muss mit aller Kraft daran gearbeitet werden, dass daraus keine exponentielle Steigerung in Richtung einer zweiten Welle wird", betonte Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) am Samstag. Die Entwicklung der Neuinfektionen "bestätigt die Notwendigkeit der gestrigen Beschlüsse der deutlichen Ausweitung der Schutzmaßnahmen".

Nie zuvor sei so viel getestet worden (14.674 Tests in 24 Stunden) - dadurch und durch die massiv erweiterte Teststrategie seien die aktuellen Infektionszahlen nicht vollständig mit den Zahlen des Frühlings vergleichbar. "Aber 869 dabei festgestellte Neuinfektionen bei gleichzeitig 322 Neugenesenen in den vergangenen 24 Stunden sind eine besorgniserregende Entwicklung", sagte der Ressortchef. Erfreulicherweise seien die Hospitalisierungen ebenso wie die Todeszahlen relativ stabil.

Rekordanstieg in Wien

In Wien wurde von Freitag auf Samstag dabei der bisher höchste Anstieg von Coronavirus-Infektionen registriert. Laut medizinischem Krisenstab wurden binnen 24 Stunden 444 Fälle entdeckt. Das ist ein Rekord-Anstieg, wie ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bestätigte.

Die Zahl der mit dem Virus zusammenhängenden Todesfälle bleibt hingegen auf niedrigem Niveau - 229. Zwei Frauen (77 bzw. 81 Jahre) und ein Mann (77 Jahre) sind verstorben. 7410 Personen sind in Wien wieder genesen.

Am Freitag wurden in der Bundeshauptstadt insgesamt 6803 Corona-Tests vorgenommen. Die Gesamtzahl erhöht sich damit auf 359.186. Zuletzt ist die Rate der positiven Tests im Vergleich zu den absoluten Zahlen laut Rathaus leicht zurückgegangen.

Wien testet alle Kontaktpersonen systematisch, wodurch auch viele unsymptomatisch Erkrankte entdeckt werden, wie betont wird. Das Vorgehen im März zur absoluten Peak-Zeit sei anders gewesen, sagte der Hacker-Sprecher. Die aktuellen Werte seien mit den damaligen darum schwer zu vergleichen. Da man damals nur Personen testete, die sich über das Gesundheitstelefon gemeldet haben, seien nur Menschen mit Symptomen in die Statistik aufgenommen worden. Es sei davon auszugehen, dass es damals noch viel mehr Fälle gab.

Zahlreiche Cluster in Niederösterreich

In Niederösterreich geht die stark steigende Zahl der Coronavirus-Infizierten besonders auf eine Vielzahl kleiner Cluster im Familienumfeld zurück. "Diese sind vor allem durch Reiserückkehrer entstanden, die das Virus ins Private mitgenommen haben", sagte ein Sprecher der Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) am Samstag.

Im Zuge privater Veranstaltungen und Feierlichkeiten verbreite sich das Coronavirus dann weiter, hieß es. Im Vergleich zum Vortag meldete der Landessanitätsstab am Samstag 135 neue Krankheitsfälle und insgesamt 573 Erkrankte im Bundesland. "Derzeit sind alle Infektionsquellen gut nachvollziehbar", fügte der Sprecher hinzu. Die bekannten Maßnahmen wie Contact-Tracing und Quarantänen würden weiterhin gesetzt.

Auch zahlreiche Sportvereine, darunter besonders die Fußballklubs, seien immer wieder betroffen. Bestätigt wurde zudem die Infektion eines Arztes am Landesklinikum Lilienfeld. Er befinde sich derzeit in Quarantäne und werde danach wieder seinen Dienst antreten. Der Spitalsbetrieb sei davon nicht beeinträchtigt. "Es ist alles unter Kontrolle", betonte der Sprecher.

In Krems sei zudem das Nachtlokal "Q-Stall" behördlich geschlossen worden, nachdem mehrere Gäste positiv getestet worden waren. Derzeit werde die Zahl der Erkrankten erhoben und das Personal untersucht.

17 Mitarbeiter einer Bäckerei in Hagenbrunn (Bezirk Korneuburg) sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Der Betrieb läuft derzeit unter engmaschiger Kontrolle", erklärte ein Sprecher der Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) am Samstag. Man erarbeite mit den Ländern Wien und Niederösterreich sowie der Bezirkshauptmannschaft ein Konzept zur Fortführung der Produktion.

Cluster in steirischem Caritas-Pflegeheim

In der Steiermark ist die Zahl der Neuinfizierungen nun auch bei Älteren wieder stark angestiegen: In einem Grazer Pflegeheim haben sich 26 Personen infiziert. Weitere Fälle werden nicht ausgeschlossen, da laufend neue Testergebnisse bekannt würden, hieß es am Samstag seitens der Caritas, die das Heim betreibt.

Nachdem vor einigen Tagen zwei Pflegerinnen positiv getestet wurden, wurden die Tests ausgeweitet. 13 Bewohner sowie 13 Personen vom Personal sind demnach infiziert. Im Heim versucht man nun, durch Isolierung der infizierten Personen weitere Ansteckungen zu vermeiden, eine Evakuierung war nicht möglich.

Bisher wurden fünf Personen ins Krankenhaus gebracht. Bei vielen Betroffenen sollen die Symptome schwach bis gar nicht ausgeprägt sein.

(APA)