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Kunstwerte

Sotheby's rappt

Notorious B.I.G. und Tupac sind Ikonen der Gangsta-Rap-Ära. Sotheby's versteigert nun erstmals Hip-Hop-Memorabilia und will sich so neue Sammlermärkte öffnen.

Eastcoast versus Westcoast: Hip-Hop-Fans werden damit etwas anfangen können. Tupac Shakur repräsentierte gemeinsam mit Snoop Doggy Dog und Dr. Dre den Hip-Hop der amerikanischen Westküste, während The Notorious B.I.G. und Puff Daddy das Revier der Ostküste besetzten. Die 1990er-Jahre waren das Zeitalter des Gangsta-Rap und der Fehde zwischen Ost- und Westküste, die von dem kommerziellen Aufstieg des Hip-Hop gefördert wurde.

Mitte des Jahrzehnts hatte sich die Auseinandersetzung in einer Art Stellvertreterkrieg auf Tupac und The Notorious B.I.G. zugespitzt. Es gipfelte im tragischen Tod von Tupac im September 1996, als er in seinem Auto erschossen wurde. Ein halbes Jahr später wurde auch Notorious B.I.G. in seinem Auto an einer roten Ampel erschossen. Nach dem Tod der beiden Hip-Hop-Stars brach der Krieg, von dem keiner mehr wusste, worum er sich eigentlich drehte, in sich zusammen. Tupac und The Notorious B.I.G. wurden aber wie viele Stars, die zu früh aus dem Leben gerissen wurden, zu Legenden.

Das Auktionshaus Sotheby's versteigert am 15. September in New York zum ersten Mal Hip-Hop-Memorabilia. Die Auktion wurde von Cassandra Hatton zusammengestellt, der hauseigenen Expertin für Bücher, Manuskripte und wissenschaftliche Instrumente. Unterstützung bekam sie von Monica Lynch, der ehemaligen Präsidentin des auf Rap spezialisierten Plattenlabels Tommy Boy Records.

Krone als Toplos. Das Toplos der Auktion ist eine Krone, die Notorious B.I.G. 1997 trug, bei seinem letzten Fotoshooting drei Tage vor seinem gewaltsamen Tod. Der Fotograf Barron Claiborne wollte vom Rapper ein Porträt als König von New York machen. Die Krone war seither in Besitz des Fotografen und soll bei der Auktion 200.000 bis 300.000 Dollar bringen. Neben der Krone kommen 22 Liebesbriefe aus Tupacs Teenagerjahren unter den Hammer, die einem Fan 60.000 bis 80.000 Dollar wert sein sollen. Auch weiblicher Rap ist vertreten, mit einem Paar „Push It“-Jacken der Gruppe Salt-N-Pepa, die 12.000 bis 18.000 Dollar einbringen sollen.

Sotheby's öffnet damit eine Sparte, die abseits der klassischen Kunst liegt – und will damit neue, auch junge Käufer ansprechen. Das Haus will neue Sammlermärkte in den Bereichen Sport, Musik und Mode etablieren. Ein erfolgreicher Start dafür war im Mai die Versteigerung der Turnschuhe des Basketballspielers Michael Jordan „Nike Air Jordan 1S-Sneakers“, die 560.000 Dollar und damit das Vierfache der Schätzung brachten. Was zeigt: Kunst und Lifestyle rücken immer näher zusammen.

kunstwerte@diepresse.com

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