Schnellauswahl
Bierlokal-Prozess

Sigrid-Maurer-Anwältin: Geständnis? "Unglaubwürdig!"

„Damit hab ich wirklich nicht gerechnet.“ Maria Windhager, hier in ihrer Kanzlei in Wien Neubau, wundert sich über den Verlauf des Maurer-Prozesses.
Caio Kauffmann
  • Drucken
  • Kommentieren

Anwältin Maria Windhager blickt auf „ihren" Fall Maurer. Und auf politische Vorhaben, Stichwort: Hass im Netz. Dass Opfer künftig mehr Behördenhilfe bekommen, findet sie „super“.

Ich hoffe, ich werde endlich freigesprochen, drückt mir die Daumen.“ Diesen Wunsch teilte die grüne Klubchefin Sigrid Maurer auf Twitter ihren 38.000 Followern mit. Die Hoffnung erfüllte sich nicht. Das Bangen geht weiter.

Der Bierlokal-Prozess wurde erneut vertagt. Auf unbestimmte Zeit. Statt Erleichterung macht sich nun Katerstimmung breit. Vermengt mit Ärger. Maurer: „Ich fühle mich gefrotzelt“. Ihrer Anwältin Maria Windhager geht es nicht viel anders. Was der Wirt des Bierlokals aus dem Hut gezaubert habe, sei „absolut unglaubwürdig“, sagt sie zur „Presse“.

Darum geht es: Besagter Wirt klagte Maurer wegen übler Nachrede an (Privatanklage). Die Politikerin hatte obszöne Facebook-Nachrichten erhalten und diese via Twitter einer größeren Öffentlichkeit nähergebracht. Als Verfasser der Derbheiten gab sie den Bierlokal-Mann an, da die Postings von dessen privatem Facebook-Account stammten. Doch der bezichtigte Wirt schaltete auf Offensive um – er wollte nicht Täter, sondern Opfer sein, und brachte Maurer vor Gericht. Eben wegen übler Nachrede. So geschah, was kaum jemand auf der Rechnung hatte: Maurer wurde tatsächlich verurteilt. In zweiter Instanz wurde der Spruch aber gekippt. Ein neuer Prozess folgte. Dieser sollte am Freitag enden.