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Geld und Finanzen

Gewinne und Cashflows sollten sich erholen.

Autoaktien sind Gewinner der Coronakrise

Wien. In der fortdauernden Coronapandemie sind Autoaktien der überraschende Gewinner: Der Stoxx-600-Subindex für Automobilhersteller und ihre Zulieferer hat in diesem Quartal bereits um 14 Prozent zugelegt und sich damit stärker entwickelt als alle anderen 19 Branchengruppen des breiteren europäischen Börsenbarometers. Der Stoxx 600 insgesamt verteuerte sich nur um rund zwei Prozent.

Schub kommt nicht nur von den in diesem Jahr stark gesunkenen Bewertungen im Sektor, sondern auch von der Einschätzung, dass die Corona-pandemie das Konsumentenverhalten zugunsten der Autoindustrie ändern könnte. So könnte der Trend zur Heimarbeit dafür sorgen, dass Menschen aus den Städten wegziehen.
„Vereinfacht gesagt, werden die Menschen weniger fliegen, weniger den öffentlichen Nahverkehr nutzen und mehr fahren”, heißt es in einer Analyse von Sanford C. Bernstein. Bei Unternehmensgewinnen und Cashflows sei eine Erholung zu erwarten.

Comeback in China

Gegenüber dem Jahreswechsel liegt der Stoxx-600-Autotitel-Index zwar nach wie vor rund zwölf Prozent im Minus. Dennoch: Seit Anfang Juli hat jeder Wert im Index zugelegt, die Titel von Daimler, ebenso wie die des Reifenherstellers Nokian Renkaat Oyj und des französischen Zulieferers Valeo. Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler sieht die jüngst überdurchschnittliche Entwicklung von Autowerten auch im „spektakulären Comeback” Chinas begründet sowie in den Konjunkturpaketen, die Länder wie Deutschland und Frankreich auf den Weg gebracht haben. Das zweite Quartal sei für die Branche zudem kein ganz so großes Desaster gewesen wie erwartet. (Bloomberg)