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Gesetz

Deutschland geht gegen falsche Rezensionen im Internet vor

Neue Plattformen sollen deutlich machen, wie unterschiedlich bei einer Bewertung zwischen Preis und Qualität gewichtet wird.

Düsseldorf. Die deutsche Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) will ein Gesetz gegen Tricksereien bei Bewertungen von Produkten im Internet vorlegen. Es soll „für mehr Ehrlichkeit und Transparenz bei Bewertungen und Rankings von Produkten und Dienstleistungen“ sorgen.

In Zukunft werde es Verbrauchern möglich sein zu erkennen, warum der Algorithmus eine bestimmte Rangfolge ausgibt. „Immer mehr Kunden verlassen sich auf Bewertungen und Produktrankings im Internet. Hier wird aber auch viel getrickst“, sagte die deutsche Justizministerin der „Rheinischen Post“. Der Gesetzesentwurf werde Regelungen zum Schutz vor gefälschten Verbraucherbewertungen enthalten. Die Online-Plattformen müssten künftig ihre Parameter klar erkennbar machen, heißt es. Denn nicht immer bedeutet eine gute Bewertung auch ein gutes Produkt: Viele Unternehmen bezahlen Agenturen für das Verfassen guter Bewertungen auf Plattformen wie Google oder Amazon, um so den Verkauf anzukurbeln. Auch Reiseportale springen immer öfter auf diesen Zug auf, um ihre Destinationen attraktiver aussehen zu lassen.

Gefälschte Bewertungen von echten zu unterscheiden, kann für Laien aber eine Herausforderung sein. Manchmal gibt es Hinweise, wie eine hohe Anzahl ausgezeichneter Bewertungen im Abstand weniger Minuten – oder direkt am Tag der Markteinführung.

Mit dem neuen Gesetz soll in Zukunft transparent ersichtlich sein, wie Qualität, Preis und andere Faktoren bei einer Bewertung gewichtet werden. „Die Verbraucher werden dadurch gestärkt, weil sie Missbrauch besser erkennen und leichter dagegen vorgehen könnten“, sagte Lambrecht. Grenzüberschreitende Verstöße will die Ministerin mit Bußgeldern belegen. (ag./red.)