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Rechtspanorama

Patient hatte Zeit zum Nachdenken

OP fand zwar am Folgetag statt, das reichte in dem Fall aber aus.

Wien. Bei Prozessen nach Operationen geht es oft um die Frage, ob ein Patient genug Zeit hatte, um sich der Tragweite seiner Entscheidung bewusst zu werden. So auch in einem Fall, bei dem einem Mann die Prostata entfernt wurde.

Eigentlich war der Termin im Spital wegen eines anderen Eingriffs ausgemacht worden. Der Mann wurde nach seiner stationären Aufnahme aber gefragt, ob er den Termin nicht für die OP wegen des kurz davor befundeten Karzinoms nutzen wolle. Es wurde ihm jedoch auch ein Alternativtermin in einem Monat angeboten. Der Mann entschied sich für ein rasches Handeln am nächsten Tag.

Auch wenn es sich um einen schweren Eingriff handle, habe der Mann genug Zeit zum Nachdenken gehabt, befand der OGH (1 Ob 107/20x). Der Patient sei sich schon im Vorfeld über eine mögliche Krebsdiagnose im Klaren gewesen. Er sei korrekt beraten worden, es habe sich um einen auf längere Sicht lebenswichtigen Eingriff gehandelt. Und der Patient hätte ja auch den Alternativtermin nehmen können, betonte der OGH. (aich)