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Wie ist Ihr Führungsstil?

Führen oder für Frust sorgen.
Führen oder für Frust sorgen.Pixabay
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selbst-bewusst führen #36. Mit Executive Coach Claudia Nuss Führung neu denken. Diesmal: Führen oder für Frust sorgen.

Michael, Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens bespricht mit seinem Abteilungsleiter die nächsten Ziele. Er für sich hat nicht nur das Endergebnis, sondern auch den Fahrplan und die Meilensteine bereits vor Augen. Alle kritischen Faktoren, sind ihm ebenso bekannt. Im Glauben Gutes zu tun, delegiert er seinem Mitarbeiter die Aufgabe und bespricht das Ergebnis.

Der Abteilungsleiter hat von den Zwischenschritten noch keine genaue Vorstellung. Nach mehreren Wochen wundert sich der Geschäftsführer, warum die ersten Schritte noch nicht so gesetzt wurden, wie er sie bereits vor Augen hatte.

Jetzt setzt er frustriert nochmals auf ein Gespräch und bricht damit heraus, wie es längst hätte sein sollen. Alexander, sein Abteilungsleiter, beginnt nun ebenfalls frustriert, seine Pläne, die er bereits begonnen hatte, nochmals zu überarbeiten und wieder von vorne zu beginnen.

Neben dem Zeitverlust, entsteht zusätzliche Kosten für die Zeitverzögerung und das Überarbeiten und es kommt auch zu einem Vertrauensverlust auf beiden Seiten.

 

Margarete, Bereichsleiterin, bespricht mit ihrer neuen Abteilungsleiterin die zwei nächsten Projekte die Anfang 2021 fertig sein sollen. Neben den konkreten Ergebnissen, teils sie mit Susanne ganz konkret ihre Vorstellungen: Wo bekomme ich die notwendigen fehlenden Information? Wer sind die wichtigsten Ansprechpartner? Wann sollten welche Meilensteine erreicht sein? Wieviel Zeitpuffer ist idealerweise vorzusehen? Susanne bringt ihrerseits als Expertin im Thema, viele Ideen ein, die sie gemeinsam besprechen und erfolgreich integrieren.

Susanne tut sich nun leicht, Schritt für Schritt ihre Arbeit zu erfüllen. Sie kennt präzise die Erwartungen ihrer Chefin. Jeweils nach Erreichen von zwei Meilensteinen berichtet sie ihrer Chefin über die erfolgreichen Fortschritte, die sie erzielt hat. Ihre Chefin hat damit das Gefühl, dass die Dinge auf einem guten Weg sind. Bei einem nachmittäglichen gemeinsamen Kaffee feiern sie diese kleinen Erfolge.

Optimale Zielgespräche führen

Margarete fühlt sich verstanden und ihr Vertrauen in ihre neue Mitarbeiterin wächst. Sie hat das Gefühl, dass sie nach drei, vier Projekten nur mehr die allerwichtigsten Eckpfeiler besprechen muss und die Projekte erfolgreich umgesetzt werden.

Nachdem Sie diesen Prozess anfangs sehr intensiv geführt und begleitet hat, sind die beiden durch diesen intensiven Austausch so zusammengewachsen, dass man das Gefühl hat, dass eine, die Sätze der anderen vervollständigen könnte. Ihre Prozesse laufen nun effizient, vertrauensvoll und erfolgreich.

 

Immer wieder erlebe ich im falsch verstanden Vertrauen, den ersten Prozess bei meinen Kunden. Nach drei Monaten trennen sie sich enttäuscht wieder von ihrem neuen Mitarbeiter, weil die nichts weiterbringen, sich nicht auskennen, zu langsam sind, die Werte des Unternehmens nicht verstehen, etc. Dass sich die Führungskräfte gerade in der Anfangsphase kaum Zeit genommen haben, zu führen, vergessen sie leider.

 

TIPP: Investieren Sie als Führungskraft, gerade am Anfang Zeit in die Gespräche mit Ihren Mitarbeitern in die wichtigsten Eckpunkte der Umsetzung Ihrer Ziele. Als Führungskraft haben Sie am Anfang oft viel mehr Wissen über Hintergründe, Details und Netzwerke als Ihr neuer Mitarbeiter am Beginn haben kann.

 

 

  • Besprechen Sie das Ziel so konkret wie möglich.
  • Definieren Sie Meilensteine.
  • Machen Sie dabei auch Skizzen.
  • Je klarer Sie Ihre Erwartungen formulieren, umso leichter ist es, das Ziel zu erreichen.
  • Fragen Sie Ihre Mitarbeiter, bei welchen Stellen im Plan die Umsetzung schwerer fallen könnte, damit Sie für eine zügige Arbeitsweise sorgen können.
  • Lassen Sie Ihre Mitarbeiter alles Vereinbarte nochmals wiederholen, um zu sehen, ob Sie verstanden wurden.
  • Bieten Sie an, in ein, zwei Wochen nochmals für offene Fragen für 20-30 Minuten zur Verfügung zu stehen.
  • Je klarer Sie führen und kommunizieren, umso mehr wächst das Vertrauen auf beiden Seiten.
  • Sie ernten eine bessere Umsetzung, die die nächsten zehn Jahre und darüber hinaus positive Früchte trägt, anstatt dass Sie frustriert, die Dinge die nächsten zehn Jahre selbst erledigen.

Wie ist Ihr Führungsstil? Sie lassen Ihr Team erstmal werkeln und schauen dann was raus kommt? Sie sprechen von Anfang an Klartext?

Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren.

Führen Sie mit Klarheit!

 

Mehr zum Thema Erfolgsgefühl nächsten Montag!

 

Hier finden Sie alle bisher erschienen Kolumnen.

(c) Guenther Peroutka

Claudia Nuss ist Buchautorin, Executive Coach und Keynote Speaker. Als Strategin und Mentaltrainerin verhilft Nuss Führungskräften zu persönlicher Bestleistung, was zu ausgezeichneten Ergebnissen bis auf Unternehmensebene führt.

Nach über 15 Jahren in Managementpositionen im Bereich der Strategischen Unternehmensführung, gründete sie 2011 ihr eigenes Unternehmen.

Sie studierte an der Wirtschaftsuniversität Wien, absolvierte ein Auslandssemester an der University of California in Berkeley.

www.strategy-expert.com

office@strategy-expert.com

 

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