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Premiere

Burgtheater Kasino: Frischfleisch für den noblen Heiratsmarkt in England

Fünf Töchter für den Heiratsmarkt: Wiebke Yervis, Johanna Mahaffy, Maya Unger, Lili Winderlich und Caroline Baas (v. li.).
Fünf Töchter für den Heiratsmarkt: Wiebke Yervis, Johanna Mahaffy, Maya Unger, Lili Winderlich und Caroline Baas (v. li.).(c) APA (Susanne Hassler-Smith)
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Fünf Schauspielerinnen räumen auf in Jane Austens Welt: „Stolz und Vorurteil*(*oder so)" wird in der Inszenierung von Lily Sykes zu einer entzückenden, hinterfotzigen Performance.

Der britische Autor J. B. Priestley, der seine Gesellschaftskritik gern in Humor verpackte, war ein großer Bewunderer von Jane Austen. Zu ihrem Roman „Pride and Prejudice", den sie 1796 mit 21 Jahren begann (aber erst 1813 veröffentlichen konnte), schrieb er 1960 in einem Essay, dass sie die großen Themen wie Politik, Krieg, Wirtschaft, Irrsinn, Krankheit, Hunger und Tod bewusst auslasse. Ihre Charaktere lebten einigermaßen komfortabel in ihrer kleinen Welt, wo die Absage eines Dinners oder ein Regenschauer zu einem bedeutenden Ereignis würden. Gerade aber diese Beschränkung macht ihre subtil komödienhafte Prosa so fantastisch. Jane Austen trifft den Charakter ihrer Zeit, des Regency, genau.