Gegabelt. Die Kelchsauer Ache bekommt Wasser aus zwei ver- zweigten Tälern.
Tirol

Unberührte Täler in Tirol: Wo Wipfel und Wildbach rauschen

Alle wollen in die Berge, so scheint es. Zum Glück bleiben noch einige Täler davon kaum berührt, wie die beschauliche Kelchsau in Hopfgarten in Tirol, die bis heute ohne Hotels und großes Entertainment auskommt.

Es gibt hierzulande keinen Lebensbereich, in dem die Menschen sich so leicht dem Kitsch und Klischee ergeben wie in den Bergen. Das wird auch nirgendwo so effizient genutzt und den Besuchern nahegebracht wie in Tirol  - und da gerade in den Kitzbüheler Alpen, wo sich Hotelpaläste und Edelboutiquen mit holzgetäfelten Bauernhöfen und neuen Altholz-Chalets abwechseln, die bis zum Dachgiebel mit blühenden Pelargonien bewaffnet sind. Dass es auch anders geht und dass man sogar einige Kilometer abseits der Kitzbüheler Society-Hotspots in eine archaische Bergwelt flüchten kann, ist spontan nur schwer zu glauben.

Kirche, Gasthaus, Bauernhäuser. Jedoch: Nach den ersten Kilometern von der Inntalautobahn hinein ins Brixental zweigt zwischen den Gewerbesiedlungen in Hopfgarten eine schmale Straße ab, schlängelt sich vorbei an einem Campingplatz und Badepark und zieht zielstrebig hinein in das schlanke Tal der Kelchsau. Wiesen und Waldpartien und vereinzelte Bauernhöfe begleiten die Fahrt bis zum Straßendorf Kelchsau. Hier gibt es die Standardausstattung kleiner Bergdörfer, Pfarrkirche, Raiffeisenbank, Feuerwehrhaus, einen kleinen Supermarkt, ein Wirtshaus und ein Arrangement aus Einfamilienhäusern und holzvertäfelten alten Bergbauernhöfen. Im Winter flüchten viele Einheimische ins Tal vor dem Massenbetrieb der großen Skigebiete, in das winzige Ski- und lohnende weitläufige Skitourengebiet.