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Ägypten: Schikanen für Ramadan-Verweigerer

Ramadan Fastenbrechen Schikane
Nach Sonnenuntergang dürfen im Ramadan alle Muslime schmausen. Wer es davor tut, muss mit Strafen rechnen.(c) AP (Amr Nabil)
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Um das Fasten zu erleichtern, setzt Ägypten während des Ramadan die Sommerzeit aus. Gleichzeitig droht Fastenbrechern Haft. Kritiker sprechen von einer "Taliban-Mentalität".

Im Ramadan gelten in Ägypten besondere Regeln: Nicht nur die Fastengebote wollen eingehalten werden, die Regierung ignoriert für einen Monat die Sommerzeit. Dadurch geht die Sonne eine Stunde früher unter, was den muslimischen Gläubigen das Fasten erleichtert - nach Sonnenuntergang ist der Konsum von Speisen, Getränken und Tabak erlaubt. Gleichzeitig drohen Fastenbrechern strenge Strafen.

Im Sommer des Vorjahres habe das ägyptische Innenministerium erstmals eine Kampagne zur Einhaltung des Fastens umgesetzt, erinnerte die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) am Dienstag laut Kathpress. Angeblich seien vor allem im Süden Ägyptens Hunderte aufgrund von Verstößen gegen öffentliches Essen, Trinken und Rauchen verhaftet worden, berichtete die IGFM. Nun rät die Organisation auch Touristen, sich in der Öffentlichkeit während des Ramadan "zurückzuhalten".

Die IGFM appellierte bereits an den Staatspräsidenten von Ägypten, Hosni Mubarak, Inhaftierungen und Bestrafungen aufgrund von Verstößen gegen das Fasten als Angriff auf die verfassungsmäßig garantierte persönliche Freiheit zu unterbinden. Die auch in Algerien oder Kuwait praktizierte staatliche Bestrafung von öffentlichen Fastenbrechern im Ramadan sei ein Schritt in Richtung "Taliban-Mentalität", meinte die IGFM. Dem gegenüber wurde daran erinnert, dass in Ägypten etwa auch 12 Prozent christliche Kopten lebten.

(Ag./Red.)