Schnellauswahl
Coronavirus

764 Neuinfektionen in Österreich, starker Anstieg in Wien

++ THEMENBILD ++ CORONAVIRUS: VERSCHAeRFTE MASSNAHMEN SEIT MITTERNACHT BUNDESWEIT IN KRAFT
Verschärfte Maskenpflicht in ganz Österreich.APA/HARALD SCHNEIDER
  • Drucken
  • Kommentieren

Immer mehr Menschen befinden sich in Spitalsbehandlung. In Wien gibt es 400 neue Fälle, 46 davon gehen auf ein Theaterstück zurück.

 
 

Erstmals seit Ende März hat es am Dienstag in Österreich wieder mehr als 6000 aktive Coronavirus-Fälle gegeben. Im 24-Stunden-Vergleich kamen 764 Neuinfektionen hinzu. Somit gab es mit Stand 9.30 Uhr 6.194 aktiv Infizierte, geht aus den Zahlen von Innen- und Gesundheitsministerium hervor. Immer mehr Menschen müssen im Krankenhaus behandelt werden.

Waren am Montag noch 255 Covid-Patienten im Spital, waren es am Dienstag bereits 293 Menschen, 49 davon befanden sich auf Intensivstationen. Österreichweit sind bisher 757 Menschen an den Folgen des Corona-Virus gestorben. Bisher gab es 34.305 positive Testergebnisse. 27.354 Menschen sind wieder genesen.

Bisher wurden in Österreich 1.364.508 PCR-Tests durchgeführt, 13.100 Ergebnisse wurden in den vergangenen 24 Stunden eingemeldet. Die meisten Neuinfektionen verzeichnete am Dienstag erneut Wien.

Spitzenwert in Wien

Der jüngst verzeichnete Höchstwert von 444 Covid19-Neuerkrankungen in Wien wurde zwar nicht überboten - mit 400 neu entdeckten Fällen binnen 24 Stunden verzeichnete Wien aber am Dienstag erneut einen Spitzenwert. Insgesamt sind in Wien 10.967 positive Testungen bestätigt, wie der medizinische Krisenstab mitteilte.

Dass auch Wien nun in Sache Corona-Ampel orange eingefärbt ist, hat offenbar vorerst keine Auswirkungen. Denn die nun verordneten Bestimmungen - wie Maskenpflicht in den Geschäften oder die Besucherhöchstzahlen bei Veranstaltungen - würden sich nicht ändern, sagte ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Auch sei im Bildungsministerium bereits betont worden, dass es kein Homeschooling geben werde.

Zugleich verwies man im Rathaus erneut auf die bereits strengen Bestimmungen für Spitäler oder Pflegeheime. Diese würden zum Teil einer Ampelschaltung auf Rot entsprechen und jedenfalls beibehalten werden.

46 Infektionen bei Kulturcluster

Am Montag war in Wien ein Cluster im Kulturbereich bekannt geworden. Nach einer Vorstellung der "Lustigen Witwe" im Theater an der Gumpendorfer Straße (TAG) zu Monatsbeginn waren zunächst zwei Corona-Fälle bekannt geworden, mittlerweile konnten 46 Infektionen zugeordnet werden, teilte der Sprecher des Krisenstabs der Stadt Wien, Andreas Huber, Dienstagmittag mit. Inzwischen steht fest, dass sich nicht nur Anwesende, sondern auch Familienangehörige von Besuchern infiziert haben.

Auf die Frage, weshalb seitens der Stadt Wien die Öffentlichkeit nicht zeitnahe über die Infektionskette informiert wurde, meinte Huber, es habe dafür keine Notwendigkeit gegeben. Sämtliche 61 Gäste seien Verwandte und Bekannte der Künstler gewesen, die Freikarten erhalten hätten. Den Behörden habe eine Liste aller Anwesenden - sowohl im Publikums- als auch im Bühnenbereich - , die man der Reihe nach auf Sars-CoV-2 überprüft habe. Der potenzielle Kreis von Betroffenen sei damit in sich geschlossen gewesen, insofern habe es keines medialen Aufrufs bedurft.

Der Krisenstab geht davon aus, dass bei der Vorstellung selbst die Regeln zur Vermeidung einer Ansteckung mit dem Virus beachtet wurden. Laut Huber wurden die Abstandsregeln eingehalten und nur zugewiesene Sitzplätze vergeben. "Zur Übertragung des Virus ist es wahrscheinlich davor und danach, aber nicht während der Aufführung gekommen", meinte Huber.

Das Stück ist ein Projekt der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK). Alle weiteren Vorstellungen wurden gestoppt, alle Aktivitäten der betroffenen Studiengänge seien seit Auftreten der Fälle bis zum regulären Vorlesungsbeginn am 21. September eingestellt und alle öffentlichen Veranstaltungen an der MUK bis Ende September abgesagt worden, hieß es beim MUK. Im Rahmen der Nachverolfgun aller Kontaktpersonen wurden auch zwei Umbesetzungen bei der Staatsoper vorgenommen.

NÖ: Dämmerschoppen-Cluster

Niederösterreich meldete am Dienstag 95 Neuinfektionen. Die Zahl der Tests stieg von Montag auf Dienstag um 1628. Indes hat sich der Corona-Cluster um einen Dämmerschoppen in einem Wirtshaus im Bezirk Zwettl ausgeweitet. Die Zahl der Infizierten stieg nach Angaben aus dem Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) auf 20.

In der Radetzky Kaserne in Horn sind sieben Soldaten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie zeigenn nach Angaben des Militärkommandos Niederösterreich vom Dienstag "keine bis maximal leichte Krankheitssymptome". Das Erkennen der Covid-19-Infektionen habe sich deshalb "als schwierig" herausgestellt.

Weitere positive Coronatests gab es auch im Zusammenhang mit dem Kremser Nachtlokal "Q-Stall". Verzeichnet wurden nunmehr zehn Covid-19-Patienten. Hinsichtlich der Hotspots rund um den Weinherbst in Weißenkirchen (sechs Fälle), das NÖ-Sportleistungszentrum St. Pölten (sieben) sowie um eine Bäckerei in Hagenbrunn (18) wurden keine Neuinfektionen vermeldet.

Altersheim in Graz betroffen

Die Steiermark verzeichnete ein Plus von 44 Neuinfizierten, 1.980 Tests wurden in den vergangenen 24 Stunden durchgeführt. In Graz hat sich ein Cluster in einem Altenpflegeheim der Caritas auf mittlerweile 45 Infizierte ausgeweitet. Trotz Einhaltung aller Schutzmaßnahmen habe die Testung aller Bewohner und Mitarbeiter bei etwa jedem Fünften das Ergebnis positiv gebracht, wurde mitgeteilt. Unter den nun 45 Infektionsfällen sind 25 Bewohner und 20 Mitarbeiter.

Nachlässigkeit aufseiten des Betreibers hat es den Angaben zufolge keine gegeben: Alle denkbaren Hygienemaßnahmen wie Abstand, Maske und Desinfektion seien angewendet und detaillierte Vorkehrungen "für jede Eventualität" ausgearbeitet worden, sagte Petra Prattes von der Caritas Steiermark. Seit dem Lockdown würden die Besucher erfasst, gesonderte Räume für sie eingerichtet und sich kreuzende Wege von ihnen und den Bewohnern vermieden.

110 Neuinfektionen gab es in Tirol, dort wurden in den vergangenen 24 Stunden 1.374 Tests gemacht. Oberösterreich meldete am Dienstag 57 neue Covid-19-Fälle bei 1.042 Tests seit Montag. In Vorarlberg gab es 25 Neuinfektionen, hier stieg die Zahl der Tests um 667. In Salzburg wurden am Dienstag 20 Neuinfektionen gemeldet - und das bei lediglich 199 Tests in den vergangenen 24 Stunden.

In Kärnten kamen am Dienstag sieben Neuinfektionen hinzu - bei 654 PCR-Testungen seit Montag. Den geringsten Zuwachs an Neuinfektionen verzeichnete das Burgenland mit sechs Personen. Hier wurden in den vergangenen 24 Stunden 821 Tests durchgeführt.

(APA)