Schnellauswahl
Coronaampel

Willi an Innsbrucker: "Reißt euch am Riemen!"

Georg Willi hat Angst, dass die Innsbrucker Innenstadt auch im Winter so leer bleibt.Markus Kaltenböck
  • Drucken

Die Orange-Schaltung der Ampel ist für den Innsbrucker Bürgermeister "etwas mehr als rein symbolisch“. Er hofft, mit Blick auf den Tourismus, mit gelb durch den Winter zu kommen.

Hatte der Innsbrucker Bürgermeister am Montag noch gehofft, bald wieder in "die grüne Liga" aufzusteigen, so zeigte er sich nach der Ampelschaltung auf Orange am Dienstag pragmatisch. Er sei froh, wenn man mit Gelb durch den Winter komme, sagte Georg Willi (Grüne).

"Leute, reißt euch am Riemen!", appellierte Willi an die Innsbrucker. Stünde die Ampel im Winter noch auf Orange, hätte das eine negative Außenwirkung und infolgedessen auch negative Auswirkungen auf den Tourismus und die Tiroler Wirtschaft. Er hätte nicht damit gerechnet, dass sich so viele Bezirke bundesweit über Nacht orange färbten, räumte das Stadtoberhaupt ein. Nun wolle man natürlich den Empfehlungen der Kommission Folge leisten, und vorgesehene Maßnahmen intensivieren - "was auch immer das konkret heißen soll". Willi hält jedenfalls die orange Ampelschaltung für "etwas mehr als rein symbolisch".

Es obliege Betrieben und Einrichtungen, Sicherheits- und Hygienevorschriften eigenständig zu verschärfen, meinte Willi. Im Rathaus etwa wurde ein Teil der Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt, für Behördengänge würden nun, mit Ausnahme des derzeit vielfrequentierten Meldeamtes, wieder Termine vergeben. Auf den Gängen gelte eine verschärfte Maskenpflicht. Selbst wenn es keine konkreten Vorgaben gäbe, halte er die eingangs für die unterschiedlichen Ampelfarben definierten Regeln für hilfreich.

Sport, Kultur, Freizeit wichtig

Dass von Ampel-Orange Schulen, Kultureinrichtungen und Sportstätten nicht - wie ursprünglich in den Maßnahmen festgelegt - betroffen sind, nehme er mit Erleichterung zur Kenntnis. Hier zeige sich, dass es sinnvoll ist, "dass die Expertenkommission hier nachjustiert. Wir wissen heute, dass von organisierten Veranstaltungen keine Gefahr ausgeht, solange Abstände gewahrt und Regeln eingehalten werden." Er sei froh um diese Einsicht, hätte der Lockdown doch gezeigt, wie wichtig Sport, Kultur und Freizeit für das Wohlbefinden und die Lebensqualität seien.

"Es ist ein Prozess", stellte Willi fest, alle seien bemüht, mit der Situation so gut wie möglich umzugehen. Es handle sich um "ein vielschichtiges Problem" und man müsse eben zur Kenntnis nehmen, dass sich eine Pandemie eben nicht nach mathematischen, klar definierten Grundsätzen lösen lasse.

(APA)