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Transparenz

Kanzleramt gab im zweiten Quartal 2020 knapp sieben Millionen Euro für Werbung aus

Die aktuellen Medientransparenzdaten liegen vor. Das Kanzleramt zeigte sich dabei besonders großzügig: Es inserierte zehn Mal so viel wie im Vergleichszeitraum 2019.

Die öffentliche Hand hat im zweiten Quartal 2020 rund 59 Millionen Euro für Werbung in Medien ausgegeben. Das geht aus den am Dienstag veröffentlichten Medientransparenzdaten hervor. Damit wurde der Vergleichszeitraum 2019 um rund neun Millionen Euro übertroffen. Besonders großzügig zeigte sich das Kanzleramt, das zehnmal so viel investierte wie im zweiten Quartal des Vorjahres.

Insgesamt warb die Bundesregierung in den von Corona-Informationsbedarf geprägten Monaten April bis Juni mit rund 13,9 Millionen Euro deutlich mehr in den Jahren davor (Vergleich mit den Daten seit 2015). Einer Anfragebeantwortung von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vom Juli zufolge gab die Regierung von März bis Ende Mai mehr als zehn Millionen Euro für die Schaltung von Corona-Aufklärungs-Inseraten, Spots in privaten TV- und Radiokanälen und Online-Info aus. Allein das Kanzleramt warb den am Dienstag veröffentlichten Daten zufolge im zweiten Quartal 2020 (April bis Juni) um rund 6,7 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal 2019 waren es nur rund 700.000 Euro gewesen.

Kanzleramt überholt Stadt Wien

Damit gab das Kanzleramt erstmals mehr aus als die Stadt Wien, die traditionell der größte Einzelwerber ist. Die Stadt wendete knapp sechs Millionen Euro auf. Rechnet man ihre Beteiligungen dazu, steigt die Summe auf knapp neun Millionen. Die Wirtschaftskammern gaben rund vier Millionen Euro aus, die Arbeiterkammern rund 1,2 Millionen.

Ein großer Brocken ging mit rund 14,8 Millionen Euro wie immer an die Boulevardmedien. Rund 7,3 Millionen Euro erhielt die "Kronen Zeitung" (inklusive online und Kronehit), rund 3,6 Millionen gingen an "Österreich" (inklusive "oe24.at" und "oe24.tv") und weitere 3,9 Millionen flossen insgesamt an "Heute" (inklusive Online-Ausgabe und netdoktor.at). Für den ORF gab es rund 6,9 Millionen Euro.

Auch in die von der österreichischen Medienpolitik gerne gescholtenen internationalen Plattformen investierten Bund, Länder, Gemeinden und staatsnahe Unternehmen wieder kräftig: Für Google-Werbung (inklusive YouTube) wurden rund zwei Millionen Euro ausgegeben. Rund 1,4 Millionen Euro erhielten Facebook und Instagram.

(APA)