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An Lintner führt mit Sicherheit kein Weg vorbei

Markus Lintner schließt in der vierten Generation ein neues Zeitalter auf. Der Sicherheitstechnik-Profi ist einer von wenigen Komplettanbietern.(C) Lintner
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Lintner Sicherheitstechnik ist das beste Familienunternehmen von Tirol. Der Spezialist für Tür und Tor hat diesen Monat auch das Online-Geschäft aufgesperrt.

Im Vorjahr hat die Lintner Sicherheitstechnik ihren 100. Geburtstag gefeiert. Gegründet wurde das Familienunternehmen in Schwaz 1919 vom Urgroßvater des heutigen Chefs. Markus Lintner ist somit die vierte Generation. In seiner erst kurzen Zeit – er hat 2010 die Firma übernommen – hat sich der Familienbetrieb komplett gewandelt.

„Wir waren 99 Jahre eine Schlosserei mit dem Bereich Sicherheitstechnik, der auf dem Jahr 1974 gründet, als wir den ersten Schlüssel gemacht haben“, sagt Lintner. „2019 haben wir den Cut gemacht und im Prinzip die Schlosserei geschlossen und uns auf die Kernkompetenz Sicherheitstechnik spezialisiert.“

Lintner hat im Vorjahr gleich gegenüber der Firma, die nur einen Steinwurf vom Inn entfernt ist, seinen Sicherheitsshop Safe.Inn eröffnet, „in dem wir dem Kunden umfassende Sicherheitstechniken anbieten und zeigen können“, sagt der Chef – alles rund ums Haus und rund ums Objekt: vom simplen Schlüssel über die Online-Zutrittskontrolle bis zur Absicherung durch Tresor, Alarmanlage und Videoüberwachung.

Schlosserarbeiten passieren zwar weiterhin, auch werden Türen und Tore geliefert. „Wir sind da nach wie vor tätig, aber wir produzieren nicht mehr selbst“, betont Lintner, der dafür jetzt mit drei Partnern in der Region zusammenarbeitet, von denen man die Schlosserarbeiten bezieht. Weil Lintner, und das ist dem Chef wichtig, „ein Betrieb ist, der auf dem Schlossereigewerbe aufbaut“.

 

Lauter Schlosser

Der Gründer und Urgroßvater, der Großvater und auch der Vater haben das Schlossergewerbe gelernt. „Ich bin der erste Nicht-Schlosser in der Familie“, sagt Markus Lintner, der aber als HTL-Ingenieur für Maschinenbau und Betriebstechnik dennoch aus diesem Bereich kommt. Und schon als Schüler hat er in den Ferienzeiten daheim als Schlosser gearbeitet.

Gleich nach der Schule und dem Bundesheer ist er 1994 im elterlichen Betrieb eingestiegen. „Ich habe nie woanders gearbeitet, nur in unserem Unternehmen. Ich habe auch nie das Bedürfnis danach verspürt“, sagt Lintner, „Mein Vater hat das gut gemacht, dass ich das immer wollte.“

 

Sprung ins kalte Wasser

Lintner hat von Anfang an alles durchgemacht – von der Schlosserei über das Schweißen und Schmieden bis hin zur Montage. „Im Jahr 2000 bin ich dann Mitunternehmer geworden.“ Und gut war es, so früh in die Verantwortung hineingenommen zu werden. Denn im Jahr 2010 musste Markus Lintner praktisch von einem Tag auf den anderen übernehmen – ohne Vorbereitung. „Damit hab ich nicht gerechnet. Mein Vater war topfit. Er ist damals durch eine Krankheit ausgefallen und hat von einem Moment auf den anderen nichts mehr machen können“, sagt Lintner.

Die Firmenübergabe war somit kurz und abrupt. Das Glück im Unglück war jedoch, „dass mein Vater mich von Anfang an in alles eingeweiht hatte. Ich habe immer alles gewusst. Er hat nichts versteckt.“ Das könne er nur jedem, der eine Übergabe vorhat, ans Herz legen. „Wenn die nächste Generation interessiert ist, bindet sie ein, vom Anfang bis zum Ende. Sie sollen alles wissen. Nur wenn sie alles wissen, dann können sie wirklich übernehmen. Und dann wollen sie auch übernehmen.“

 

Umfassender Spezialist

Lintner Sicherheitstechnik ist in ganz Tirol tätig – und für einige Kunden auch in ganz Österreich. Was Lintner dem Mitbewerb voraus hat, ist, dass man ein umfassender Spezialist für Sicherheitstechnik ist. „Es gibt ganz viele, die Alarmanlagen anbieten. Es gibt ganz viele, die Schließanlagen anbieten. Es gibt ganz viele, die Türen anbieten“, sagt Lintner. „Aber wir sind österreichweit einer der wenigen, die das komplett anbieten können. Wenn Sie zu mir kommen, dann kriegen Sie von mir von der Elektrikerleistung über die Tischlerleistung über die Schlosserleistung bis hin zur Glaserleistung und der IT-Leistung alles aus einer Hand.“

80 Prozent seines Umsatzes macht Lintner mit Industrie, Gewerbe und der öffentlichen Hand, 20 Prozent sind Privatkundengeschäft. Dabei machen die elektronischen Sicherheitslösungen schon 60 Prozent der Aufträge aus. 40 Prozent entfallen auf mechanische Schließsysteme. Übers Geschäft kann sich der Tiroler nicht beschweren: „Wir haben einen so hohen Auftragsstand wie noch nie. Und ich glaube auch nicht, dass es kommendes Jahr schlechter wird.“

Im Gegenteil: Mit seinem neuen Onlineshop www.safeinn.at, der Anfang September on air gegangen ist, will er auch neue Kunden erschließen. Für seine umfassenden Sicherheits- und Schließsysteme für Türen und Tore, Alarm- und Überwachungsanlagen kann er österreichweit auf 23 Partner zurückgreifen, die er für die Montage zu den Kunden schickt.

LINTNER SICHERHEITSTECHNIK GMBH

Firmensitz: Schwaz
Gründung: 1919, heute in 4. Generation
Umsatz 2019: 2,7 Millionen Euro
Beschäftigte: 20
Branche: Sicherheitstechnik, Tür und Tor

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.09.2020)