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Influenza-Saison

Deutlich weniger Grippefälle auf der Südhalbkugel

Mehr Abstand in allen Lebenslagen sorgte auch in Australien für eine geringere Verbreitung des Influenza-Virus in der Wintersaison.
Mehr Abstand in allen Lebenslagen sorgte auch in Australien für eine geringere Verbreitung des Influenza-Virus in der Wintersaison.REUTERS
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Wegen der strengen Corona-Abstandsregeln ist in der südlichen Hemisphäre die jährliche Grippewelle fast ausgeblieben. Ob die geringe Ausbreitung in Australien, Neuseeland und Südafrika bedeutet, dass es auch im Norden wenig Fälle geben wird, ist aber noch unklar.

Abstandsregeln, Ausgangssperren, Masken und ständiges Desinfizieren haben auf der Südhalbkugel zumindest einen positiven Effekt gehabt: Viele Länder verzeichneten kaum Grippefälle. In Australien, Neuseeland und Südafrika blieb die Grippesaison fast völlig aus. Im März, als sich die südliche Hemisphäre auf die Wintergrippesaison vorbereitete und gleichzeitig gegen das Coronavirus kämpfte, setzte die Epidemiologin Cheryl Cohen vom südafrikanischen Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten (NICD) eine Studie auf, um aus dem zu erwartenden Doppelschlag zu lernen, wie sie der Fachzeitschrift „Science“ berichtete. Cohen hoffte, Wechselwirkungen der Krankheiten zu untersuchen. Verändert eine Infektion das Risiko einer Person, sich mit dem anderen Virus zu infizieren? Wie geht es den Menschen, die an beiden erkranken? Antworten darauf hat die Forscherin jedoch nie erhalten. Denn Südafrika hat wie die meisten Länder auf der Südhalbkugel seit März nur vereinzelt Fälle von Grippe verzeichnet. „Wir überwachen die Grippe seit 1984 und das ist beispiellos“, sagte Cohen.