Coronavirus

Deutschland will Wien zum Risikogebiet erklären

Austria Sees Possible Second Wave Of Coronavirus Infections
Austria Sees Possible Second Wave Of Coronavirus Infections(c) Getty Images (Thomas Kronsteiner)
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Kurz nach der Schweiz will nun auch Deutschland Wien noch heute auf die Risikoliste setzen.

Nach der Schweiz zieht nun auch Deutschland nach: Österreichs wichtigster Handelspartner wird Wien höchstwahrscheinlich noch im Laufe des Tages zum Risikogebiet erklären. Das wurde der „Presse“ in deutschen Regierungskreisen bestätigt. Noch am Mittwoch wird es dazu eine Schalte zwischen Auswärtigem Amt, Gesundheitsministerium und Innenministerium geben. "Der Standard" hatte zunächst darüber berichtet.

Die Entscheidung kommt nicht aus heiterem Himmel. Zuletzt lautete nur noch die Frage, wann Wien zum Risikogebiet erklärt werden würde - und ob auch andere österreichische Städte auf der Liste landen könnten. Nach „Presse"-Informationen soll zunächst aber nur die Bundeshauptstadt als Risikogebiet ausgewiesen werden.

Eine Zahl wird Wien zum Verhängnis

Hauptgrund für Wiens Einstufung zum Risikogebiet ist die gestiegene Zahl der Corona-Neuinfektionen, genauer die Sieben-Tage-Inzidenz, also wie viele Menschen sich innerhalb einer Woche mit dem Virus angesteckt haben. Die Zahl lag in Wien seit 5. September über dem Richtwert von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner, am Dienstag sogar bei 113,5. Natürlich fließen auch andere Faktoren ein wie der Anteil der Tests pro Einwohner oder Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens. Auch deshalb wird die Entscheidung gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt und dem Innenministerium getroffen.

Reiserückkehrer, die sich in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen für zwei Wochen in Quarantäne, sofern sie nicht einen negativen Covid-19-Test vorweisen können. Dieser darf nicht älter als 48 Stunden sein.

Wien führt nun schon seit mehreren Wochen die Bilanz der Neuinfektionen in Österreich an. Am Dienstag waren es 400 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Bei der Stadt Wien hatte man die hohen Zahlen auch auf die im österreichischen Vergleich höhere Testanzahl zurückgeführt. Allerdings gerieten die Stadtregierung und die Gesundheitsbehörden auch zunehmend unter Kritik.

Zuletzt hatte die Schweiz die Bundeshauptstadt am vergangenen Freitag auf die Risikoliste gesetzt. Seit Montag gilt für Reiserückkehrer aus Wien die Quarantänepflicht.

Schallenberg noch nicht informiert

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) ist eigenen Angaben zu Folge noch nicht offiziell über Pläne Deutschlands, für Wien eine Reisewarnung wegen der hohen Corona-Zahlen zu verhängen, informiert. Er erwarte entsprechende Informationen noch am heutigen Tag, sagte er am Mittwoch nach dem Ministerrat. Letztlich werde die internationale Bewertung von Österreich selbst abhängen, appellierte Schallenberg, Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Grundsätzlich appellierte der Außenminister, entsprechende Reisewarnungen wo möglich regional auszusprechen. Er würde ungern in eine Situation kommen, wo wieder ganze Staaten auf roten Listen seien.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) warb für europaweit einheitliche Standards, was Reisewarnungen angeht. Damit wolle er aber keinesfalls Kritik an Berlin üben.

(strei/twi/APA)

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