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Strache-Spesen: Ermittler beziffern Schaden über halbe Million Euro

WIEN-WAHL: PK TEAM HC STRACHE 'LANDESLISTE-KANDIDATEN ZUR WIEN-WAHL 2020Ò: STRACHE
Heinz-Christian Strache (Archivbild)APA/HELMUT FOHRINGER
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Das Bundeskriminalamt wertete Rechnungen und Belege aus - und kam auf eine Summe von 580.832,82 Euro. Die FPÖ ist Privatbeteiligte in dem Untreueverfahren. Bei einer Verurteilung droht eine Haftstrafe von einem bis zu zehn Jahren.

Der Schaden in der Spesen-Affäre des früheren FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache soll über eine halbe Millionen Euro betragen. Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, kommen die Ermittler nach der Auswertung von Rechnungen und Belegen durch das Bundeskriminalamt auf eine Summe von 580.832,82 Euro. Strache selbst betont, alle privaten Rechnungen selbst bezahlt zu haben.

Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen Strache, gegen seine Ehefrau, Philippa Strache, gegen eine langjährige Mitarbeiterin und zwei ehemalige Leibwächter. Die FPÖ hat sich dem Verfahren als Privatbeteiligte angeschlossen. Strache - der nach seinem Rücktritt in Folge der Ibiza-Affäre nun mit einer eigenen Partei bei der Wiener Gemeinderatswahl antritt - wird vorgeworfen, von 2006 bis Mai 2019 private Ausgaben über Scheinbelege an die Partei weiterverrechnet zu haben.

„Team HC Strache“: Nepp für Finanzen zuständig

Strache und seine Frau weisen die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher des "Team HC Strache" - jener Liste, die Strache nach seinem Ausstieg aus der FPÖ nun anführt und deren Spitzenkandidat er bei der Wien-Wahl im Oktober ist - betonte am Mittwoch neuerlich, der frühere FPÖ-Chef habe seine privaten Rechnungen auch privat bezahlt. Die Finanzen seien von der Wiener FPÖ abgesegnet worden. Zudem sei der heutige Wiener FPÖ-Obmann, Dominik Nepp, selbst als Finanzreferent (von 2015 bis 2019, Anm.) für die Finanzen der Partei zuständig gewesen.

Die von den Ermittlern angenommene Schadenshöhe überschreitet übrigens die Grenze von 300.000 Euro. Bei einer Verurteilung wegen Untreue droht ab dieser Summe eine Haftstrafe von einem bis zu zehn Jahren. Darunter liegt die Strafdrohung (bei einem Schaden zwischen 5000 und 300.000 Euro) bei maximal drei Jahren. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

(APA)