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Wien

Pflanzen als Klimaanlage

Die Stadt Wien setzt im Kampf gegen urbane Hitzeinseln auf begrünte Fassaden.

Der mit dem Klimawandel einhergehende Temperaturanstieg betrifft zunehmend urbane Gebiete. Städtische Hitzeinseln in Form von Fassaden und versiegelten Flächen wie Straßen und Plätzen haben einen Multiplikatoreffekt und sorgen für massive Erhöhungen der Umgebungstemperatur. Die sich verdichtende Stadt mit immer mehr Fassaden heizt den Effekt weiter an, was wiederum die Feinstaub- und CO?-Belastung befeuert. Maßnahmen zur Abkühlung sind gefragt. Als probates Mittel bietet sich laut Experten die Begrünung von Gebäudefassaden und Dachflächen an, die in bepflanztem Zustand wie natürliche Klimaanlagen wirken. So kann eine Grünwand mit 850 Quadratmetern Fläche etwa die Kühlleistung von 75 Klimageräten mit 3000 Watt und acht Stunden Betriebsdauer haben. Im Winter wirken die Fassaden zudem wärmedämmend.

Die Stadt Wien will die Zahl der begrünten Fassaden in der Stadt nun erhöhen. Neben einer Aufstockung der Fördergelder setzt man auf ein eigens entwickeltes Grünfassadenmodul als kostengünstige, breit implementierbare Pflanzentroglösung für straßenseitige Fassadenbegrünung. Die Module sind über die Website berta-modul.at für Hausverwaltungen und Eigentümer erhältlich, als All-in-one-Paket inklusive Planung sowie Begleitung bei der Genehmigung. Das Paket ist über die Grünfassadenförderung straßenseitig mit bis zu 5200 Euro zu 100% förderbar.

Die spektakulärste und höchste Grünfassade Wiens ist aktuell 35 Meter hoch und auf 400 m?Fläche am Haus des Meeres im Esterházypark zu sehen. 8500 Pflanzen in 750 Trögen sind im Einsatz, bewässert von einem zwei Kilometer langen Schlauchsystem.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.09.2020)