Niederlande: Unbehagen vor Wilders am Ground Zero

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Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders will am neunten Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center auf dem Ground Zero bei einer Gedenkveranstaltung sprechen.

Den Haag. In den Niederlanden werden die Verhandlungen zwischen Christdemokraten und Liberalen zur Formung eines Minderheitskabinetts, das im Parlament von der rechtspopulistischen Partei (PVV) von Geert Wilders (PVV) geduldet werden soll, von einer heiklen Affäre überschattet: Wilders kündigte nämlich an, dass er am 11. September, dem neunten Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center in New York durch die islamistische Terrorgruppe al-Qaida, auf dem Ground Zero in New York bei einer Gedenkveranstaltung sprechen werde.

Genauer will er sich dagegen aussprechen, dass dort, wo die Türme einst standen, ein islamisches Kulturzentrum samt Moschee errichtet wird. Nun fürchtet Hollands Außenminister Maxime Verhagen, Wilders könnte sich in New York als Neben-Außenminister aufspielen und mit seinen bekannten anti-islamischen Tiraden dem Ansehen der Niederlande schaden.

 

„Ich sage, was ich will“

Daher warnte er Wilders: „Achten Sie auf Ihre Worte, wenn Sie in New York reden.“ Wilders konterte: „Ich sage, was ich denke und was ich will.“ Er werde sich keinen Maulkorb umhängen lassen. Beobachter in Den Haag gehen indes davon aus, dass die Unterschiede in der Haltung gegenüber dem Islam zwischen Wilders und dessen rechter Partei und den von Maxime Verhagen geführten Christdemokraten (CDA) nicht zu einem Bruch in den laufenden Koalitionsverhandlungen führen werden.

Außerdem: Am 11. September, wenn Wilders in Manhattan auftreten will, könnte die neue Minderheitsregierung in Den Haag sowieso schon lange stehen. Zudem haben Wilders und Verhagen wegen ihrer unterschiedlichen Auffassungen zum Islam einen Deal geschlossen. Er lautet: „We agree that we disagree“ („Wir sind uns darüber einig, dass wir uns uneinig sind“) – zumindest, was den Islam betrifft.