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Roglic fliegt weiter in Richtung Toursieg

APA/AFP/STUART FRANKLIN
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Der Kolumbianer Miguel Angel Lopez gewann zwar die Königsetappe vor ihm, doch den Toursieg kann dem Slowenen Primoz Roglic kaum noch einer streitig machen.

Méribel. Miguel Angel Lopez hat die Königsetappe der 107. Tour de France gewonnen. Der Kolumbianer vom Astana-Team holte sich auf der 17. Etappe nach 170 km mit Ziel auf dem 2.304 Meter hohen Col de la Loze den Sieg vor dem Gesamtführenden Primoz Roglic (+15 Sek.). Der Slowene baute seine Führung in der Gesamtwertung auf seinen am Mittwoch drittplatzierten Landsmann Tadej Pogacar auf 57 Sekunden aus. 

Roglic ging auf den brutalen Rampen wie ein Sprinter aus dem Sattel, dann hatte der ehemalige Skispringer in 2304 Metern Höhe die größte Hürde auf dem Weg zum ersten slowenischen Tour-Triumph gemeistert. Vor den Augen von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zementierte der slowenische Radstar bei dem - unmenschlich anmutenden - Kletterspektakel über 170 Kilometern mit 4400 Metern Höhenunterschied auf dem Dach der Tour mit seinem zweiten Platz auf der Königsetappe hinter dem Kolumbianer Miguel Angel Lopez die Führung in der Gesamtwertung.

Tour de France
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Roglic knöpfte nach 170 Kilometern bei der Bergankunft auf dem Col de la Loze seinem drittplatzierten Rivalen Tadej Pogacar wichtige 15 Sekunden ab. Damit leuchtete das Gelbe Trikot von Roglic inmitten der Alpenriesen noch etwas gelber, 57 Sekunden liegt der Vuelta-Champion nun vor seinem neun Jahre jüngeren Landsmann Pogacar. Die Vorentscheidung um den Gesamtsieg scheint fast gefallen, die letzten Prüfungen auf dem Weg nach Paris sind überschaubar. Denn das Bergzeitfahren am vorletzten Tag dürfte eine klare Angelegenheit für Superstar Roglic sein. Neuer Gesamtdritter ist Lopez 1:26 Minuten zurück.

Gar nicht mehr am Start war der von Rückenschmerzen geplagte Titelverteidiger Egan Bernal. Der Kolumbianer stieg noch vor der Etappe aus und machte damit das Debakel seines Super-Rennstalls Ineos Grenadiers perfekt. "Natürlich wollte ich nicht, dass meine Tour de France so endet, aber ich stimme zu, dass es unter den gegebenen Umständen die richtige Entscheidung für mich ist", sagte Bernal.

sur-Foron ist am Donnerstag nicht mehr gar so schwer, hat aber trotzdem ihre Tücken. Am Ende des letzten Anstiegs zum Plateau des Glières wartet noch eine fast zwei Kilometer lange Schotterpiste. Ein Defekt kann hier gravierende Folgen haben und wäre auf den letzten 31 Kilometern mit der rasenden Abfahrt zum Ziel kaum mehr aufzuholen.