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Arabische Broker geben reihenweise auf

UAE-STOCK MARKETS
(c) EPA (Ali Haider)
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Die Finanzmärkte im arabischen Raum liegen am Boden, seit die Immobilienblase geplatzt ist. Es gibt kaum noch Handel, weshalb immer mehr Broker ihr Geschäft aufgeben müssen.

Für rund zwei Drittel aller Broker in den Vereinigten Arabischen Emiraten sieht es nicht gut aus. Wie Bloomberg berichtet, stehen sie kurz vor dem Ende ihrer Geschäftstätigkeit. Denn die Finanzmärkte sind seit dem Platzen der Immobilienblase eingebrochen. In Dubai werden derzeit Aktien im Wert von 172 Millionen Dollar gehandelt - vor einem Jahr waren es noch 477 Millionen Dollar täglich.

Wenig Volumen, wenig Provisionen

Wird wenig an der Börse gehandelt, so ergibt sich für die Broker auch wenig Gelegenheit, Geld zu verdienen. "Die Kosten waren einfach zu hoch angesichts der Marktsituation", erklärt etwa Hatim el-Atabani das Ende von Makaseb. Er war einst Managing Director bei dem Broker, der noch im Jänner die Nummer 17 in Dubai war.

Nur ein Fünftel des Mindestumsatzes

Um die Gewinne zu schreiben, bräuchten kleinere Broker im Schnitt 15 Millionen Dirhams (rund 2,5 Millionen Euro) an täglichem Handelsvolumen. Derzeit hätten sie aber nur rund drei Millionen Dirhams (etwa 500.000 Euro), gibt Waleed Al Khateeb von Daman Securities zu bedenken.

Auch die Kurse verfallen

Das geringe Handelsvolumen ist auch in den massiv fallenden Aktienkursen begründet. So fiel etwa der ADX General Index von Dubai auf 1501,25 Punkte, das sind 82 Prozent seit seinem Höchststand im November 2005 von fast 8500 Punkten. "Der Aufwärtstrend begann sich Ende 2005 zu verlangsamen, seit dem gibt es nur Kursstürze", analysiert Nabil al Rantisi von der Rasmala Investment Bank in Dubai.

Seit August 2008 sind auch die Immobilienpreise in Duabi um gut die Hälfte gefallen.

Zwischen Hoffnung und Resignation

Manche setzen ihre Hoffnung aber auf Fusionen und eine Trendumkehr. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die Märkte erholen", ist etwa ein Manager von Al Fardan Financial Services überzeugt. Die Marktregulierungsbehörde der Emirate versucht derzeit, kleine und mittelgroße Broker zu Fusionen zu motivieren. So bietet die Behörde etwa an, derartige Zusammenschlüsse zu koordinieren und abzuwickeln.

"Aus zwei schwachen Firmen wird nicht eine starke", meint hingegen Waleed Al Khateeb von Daman Securities.


 

(Red.)