Schnellauswahl
Mehr Küche für weniger Geld

Unter 20 Euro: Das Brösl

Das Brösl, Wohlmutstraße 23, 1020 Wien.
Das Brösl, Wohlmutstraße 23, 1020 Wien.Die Presse/Clemens Fabry
  • Drucken
  • Kommentieren

Das Stuwerviertel hat nahe dem Vorgarten- markt ein weiteres hippes Lokal: das Brösl – mit regionalen, saisonalen Zutaten und einem Olympioniken.

Während das Karmeliterviertel schon jahrelang boomte, haftete dem Stuwerviertel im Dreieck zwischen Lassallestraße, Ausstellungsstraße und Donau noch lang der Ruf an, eine schmuddelige, lasterhafte Gegend zu sein. Und obwohl da und dort nach wie vor das Rotlicht scheint, hat sich das in den vergangenen Jahren doch geändert. Kulinarisch schlägt sich das vor allem am Vorgartenmarkt nieder, mit Mochi Ramen Bar, Pizzeria Il Mercato oder Ferment derzeit wohl der gastronomisch spannendste Markt der Stadt. Ein paar Hundert Meter weiter hat mit dem Brösl in der Wohlmutstraße nun noch ein hippes Lokal aufgesperrt.

Mit coronabedingter Verspätung haben die neuen Besitzer – darunter Segler Thomas Zajac, der in Rio eine olympische Bronzemedaille holte – das ehemalige Wohlmutstüberl generalüberholt. Sehr nett sieht das aus, wenngleich man derzeit wohl eher im (glücklicherweise nicht zu kleinen) Gastgarten sitzt.

Beim Essen setzt das Brösl auf Regionalität und Saisonalität (Bio wäre noch schön), demnächst sollen auch die Produzenten mit Namen aufscheinen. Die Tomaten mit Liebstöckelöl und Bröseln (5,50 Euro) muss man hier natürlich bestellen: gute Idee, obwohl man später erfährt, dass der Lokalname auf den einstigen Ruf des Grätzels anspielt, Brösl im Sinn von Konflikten. Zum Wels (13,90 Euro) gibt es eine intensive Sauce aus Tomaten, Fenchel und Kapern, außerdem Fregola und Remoulade: schmeckt und ist auch eine vernünftige Portion. Das Gleiche gilt für den knusprigen Schweinebauch (13,90), der wie der Wels mit ziemlich vielen anderen Komponenten daherkommt – Radiccio, Apfel, Salsa Verde –, die aber gut zueinanderpassen. Die Mohnzwetschken zur geschmacklich feinen, aber ungewöhnlich festen Zitronentarte (5,90 Euro) müssten dagegen nicht sein. Reduziert ist die Karte selbst. Nachdem alle Gerichte zum Teilen gedacht sind (auch das eine nette Idee), hat man sich da schnell durchgekostet. Man darf gespannt sein, was die kommenden Jahreszeiten bringen. Einiges könnte man aber sowieso noch ein paarmal bestellen.
Brösl: Wohlmutstraße 23, 1020 Wien. Mi–So, 17–24 Uhr. ✆ 0678 1229174, www.broesl.at

diepresse.com/essen