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Im neuen Corona-Testzentrum am Koelner Hauptbahnhof koennen sich Reisende aus Risikogebieten innerhalb von 72 Stunden nac
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Mitreden: Was tun gegen das Coronatest-Chaos?

Seit Schulbeginn sind Gesundheitshotlines überlastet, Tests dauern zu lange, die Klagen werden immer lauter. Wie soll die Politik darauf reagieren? Und: Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Diskutieren Sie mit!

Lange Zeit galt Österreich als Corona-Musterschüler. Heute ist davon nicht mehr viel zu hören. Nicht nur die Infektionszahlen steigen, auch die Kritik an der Teststrategie wird immer lauter. Offenbar wurde nicht mit dem Ansturm nach dem Schulbeginn gerechnet, die Gesundheits-Hotline 1450 ist heillos überlastet. Auch der „Presse“ berichten Eltern von Chaos und langen Wartezeiten. Da gibt es etwa Ärzte, die trotz Fieber abraten, Kinder bei der Corona-Hotline zu melden, weil die Wartezeiten viel zu lange sind. Und Fälle, wo ganze Klassen in Heimquarantäne geschickt werden und bezüglich Tests auf irgendwann vertröstet werden. Und das, obwohl Kinder unter zehn Jahren aufgrund einer Empfehlung des Gesundheitsministeriums trotz Corona-Kontakt nicht mehr in Quarantäne müssen.

Und was wurde eigentlich aus den Gurgeltests an den Schulen? Hier sollen in Wien vier mobile Teams Abhilfe schaffen, die bei Verdachtsfällen Proben entnehmen. Innerhalb von maximal 24 Stunden soll es Klarheit geben, ob der Lehrer oder Schüler infiziert ist, versprachen am Dienstag Regierung und Stadt Wien. Ob das die nötige Entlastung bringt?

„Dieses Land gibt Milliarden für Coronahilfen aus, schafft es aber nicht, in angemessener Zeit Strukturen zu schaffen, um der Lage Herr zu werden“, kritisiert Gerhard Hofer in seinem Leitartikel am Dienstag.  Er erkennt im Chaos ein Muster: „Bürokratie kennt keine Krise, die läuft immer im Normalbetrieb“. Weiter schreibt der Leiter des Wirtschaftsressorts: „Wer wissen möchte, warum es in diesem Land so etwas wie eine Zwei-Klassen-Medizin gibt, braucht nur frühmorgens in eines der privaten Labore zu gehen. In Wien stehen Menschen zwei Stunden in der Warteschlange, zahlen 120 Euro, um binnen weniger Stunden zu erfahren, ob sie Covid-positiv sind oder nicht." Dabei darf man sich offiziell nicht an einen privaten Anbieter wenden.

Hofer versteht diesen Wunsch nach Klarheit: „Es ist eine Zumutung, Menschen viele Tage lang in Ungewissheit zu lassen und ihnen dabei auch noch das Gefühl zu geben, dass sie ohnehin selbst schuld sind an ihrer Misere."

Ein weiterer Vorschlag zur Entlastung: Corona-Tests sollen bei Hausärzten gemacht werden. Das soll am Mittwoch vom Nationalrat beschlossen werden. Die Ärztekammer befürwortet das, doch es gibt auch kritische Stimmen. „Die Handhabung von Infektionskrankheiten war immer schon den dafür ausgerüsteten Spitalsabteilungen vorbehalten, die seit mehr als hundert Jahren Expertise aufgebaut haben“, schreibt etwa Wolfgang Werner, Vizepräsident des Österreichischen Hausärzteverbands in einem Gastkommentar und nennt insgesamt zehn Gründe, die dagegen sprechen.

Und wären das nicht schon genug Fragestellungen, vergrößern Bund und Länder das Problem noch. Und nicht nur in dieser Frage tragen unklare Kompetenzen zum Anstieg des Infektionsgeschehens bei, wie Sie hier nachlesen können.

(sk)

Diskutieren Sie mit: Versagt Österreich mit seiner Test-Strategie? Was könnte man besser machen? Wer soll in Quarantäne? Und: Haben Sie bereits Erfahrungen mit Coronatest und Contact Tracing gemacht?