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Jugend mehr über Klima als Corona besorgt

Fridays For Future demonstration 'No jobs on a dead planet' in Vienna
Drei von vier Jugendlichen sind der Ansicht, dass Erwachsene den Klimaschutz nicht ernst genug nehmen.REUTERS
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Eine Studie von SOS-Kinderdorf zeigt: Der Klimawandel bereitet 11-18-Jährigen am häufigsten Sorgen.

Acht von zehn Kindern und Jugendlichen (exakt 78 Prozent) sorgen sich um die Umweltverschmutzung und den Klimawandel. Das geht aus einer Studie von SOS-Kinderdorf, durchgeführt vom Institut für Jugendkulturforschung in Wien, hervor.

Im Ergebnis der Online-Befragung rangiert das Klimathema deutlich vor der Sorge vor steigender Armut in Österreich (60 Prozent), vor weiteren Pandemien (59 Prozent) oder Jobängsten (50 Prozent). Mehrfachnennungen waren möglich. Das Resultat ist unabhängig von Geschlecht, Bildungshintergrund oder Wohnort. „Corona hat die Angst vor der Klimakrise nicht verdrängt“, so Christian Moser, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf. Konkret werden vor allem die Furcht vor einer sinkenden Luftqualität, der Verringerung von Wäldern und Lebensräumen der Tiere angeführt.

Unterschiede gibt es besonders zwischen Stadt und Land: In der Großstadt überwiegt bei den Befragten die Forderung nach mehr Grünflächen, in ländlichen Regionen spricht man sich vor allem für den Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel aus.

Ein blinder Fleck in der Schule

Drei von vier Jugendlichen finden, dass Erwachsene das Thema nicht ernst genug nehmen. Unternehmen sollen zu höheren Umweltstandards verpflichtet werden, auch die Politik soll sich verstärkt engagieren. Die volle Verantwortung abzuschieben kommt für die Jugend aber nicht infrage: 87 Prozent der 400 Teilnehmer gehen davon aus, dass jeder zum Klimaschutz beitragen könne. „Ob und wie man beitragen kann, hängt stark vom persönlichen Lebensumfeld ab“, so Katrin Grabner, Kinderrechtsexpertin von SOS-Kinderdorf. Sprich: Finanzielle Ressourcen oder die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel sind ausschlaggebend.

Auch Bildung spielt eine Rolle. So meinen 62 Prozent, dass in der Schule zu wenig über den Klimawandel gesprochen werde. Moser sieht in diesem Ergebnis einen klaren Handlungsaufruf, damit Bildung und die jugendliche Mitgestaltung forciert werden. Gesetzlich sollte ein „Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt“ verankert sein.