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Coronavirus

Ischgl: Erste Klagen gegen Republik, Verbraucherschützer vertreten 1000 Betroffene

Skitouristen im März in Ischgl.
Skitouristen im März in Ischgl.(c) APA/JAKOB GRUBER (JAKOB GRUBER)
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Der VSV hat gegen die Republik Österreich und das Land Tirol vier Musterklagen eingebracht.

Der Verbraucherschutzverein (VSV) hat heute, Mittwoch, erste Amtshaftungsklagen von Ski-Touristen aus Österreich,
Deutschland und der Schweiz gegen die Republik Österreich und das
Land Tirol eingebracht beim Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen eingebracht. Das gab VSV-Obmann Peter Kolba am Mittwoch in einer Pressekonferenz in Wien bekannt. Touristen haben sich beim Ski-Urlaub in Tirol - insbesondere in Ischgl - mit Covid-19 infiziert und das Virus in die ganze Welt getragen.

Im Rechtsweg vertritt der VSV vorerst 1000 Betroffene. Insgesamt haben sich mehr als 6.000 Tirol-Urlauber aus 45 Staaten beim Verbraucherschutzverein als Geschädigte gemeldet. Sie gaben an sich während des Skiurlaubs in Ischgl mit dem Coronavirus infiziert und Covid-19 in die Heimat getragen zu haben. Viele davon stammen aus Deutschland. Der Darstellung von Verbraucherschützer Peter Kolba zufolge hätten die Verantwortlichen zu spät und nicht umfassend genug auf den Ausbruch des Coronavirus in Ischgl reagiert. 

News conference on a class-action lawsuit lawyers intend to bring on behalf of people who say they contracted the coronavirus at a ski resort in Ischgl, in Vienna
Viel Medienandrang bei der Pressekonferenz des VSV.REUTERS

Um bei Gericht rasche Erfolge erzielen zu können, habe man sich vorerst auf vier Musterfälle beschränkt, erläuterte Anwalt Klauser in der Pressekonferenz. Ein Betroffener sei an Covid-19 verstorben, bei zwei deutschen Fällen sei die Erkrankung so schwer verlaufen, dass die Patienten teilweise heute noch in Behandlung sind und vielleicht Dauerfolgen erleiden werden. Ein vierter Betroffener sei gesund, müsse jedoch mit Spätfolgen rechnen.

Appell an Kurz

Um den Betroffenen langwierige Gerichtsverfahren zu ersparen, appelliert der Verbraucherschutzverein (VSV) an Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), eine zeitnahe Aufarbeitung der Problematik und vor allem eine raschere, außergerichtliche Lösung zu ermöglichen. "Man möchte nicht zehn Jahre lang aufarbeiten", stellte VSV-Obmann Peter Kolba klar.

Statt langwierige Amtshaftungsverfahren gegen die Republik für - so der Vorwurf seitens der Verbraucherschutzorganisation - schuldhaftes Behördenversagen zu verfolgen, sollte Kurz einen "Runden Tisch" mit den zuständigen Ministern, der Tiroler Landesregierung und den Gemeinden einberufen. In einem offenen Brief wird Kurz ersucht, "diese Sache in die Hand zu nehmen". Wörtlich heißt es: "Es wäre für den Ruf von Österreich als Tourismusland in der Welt und für Tirol ebenso hilfreich wie für die vielen Geschädigten, die auf ein Einbekenntnis der Fehler, eine Entschuldigung und Schadenersatz warten."

(Apa/red.)

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