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Mitreden beim Wintertourismus: In den Skiurlaub trotz Corona?

Lassen sich gleichzeitig ein Debakel wie in Ischgl und ein Debakel für die Wirtschaft vermeiden? Und: Werden Sie heuer in den Skiurlaub fahren? Diskutieren Sie mit!

Der Sommer ist vorbei, auf Tirols Bergen kündigt sich der erste Schnee an und im Tourismus laufen die Vorbereitungen für die Wintersaison. Diese steht heuer - wenig überraschend - ganz im Zeichen des Coronavirus. Am Donnerstag präsentierte die Regierung ein erstes Konzept: Weihnachtsmärkte sollen (unter Sicherheitsvorkehrungen) stattfinden, dem klassischen Aprés Ski erteilte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) eine Absage. Maskenpflicht in Gondeln und kostenlose Tests für Skilehrer sollen ebenfalls dazu beitragen, dass sich ein Debakel wie im März 2020 in Ischgl nicht wiederholt. Damals kam die Tourismusbranche noch relativ glimpflich davon, war die Saison doch schon fast geschlagen. Diesen Winter dagegen werden Reisewarnungen und Co. die ohnehin schon schwer mitgenommen Branche mit voller Wucht treffen.

Dass die westlichen Bundesländer den Wintertourismus um jeden Preis retten wollen, zeigte kürzlich eine TV-Interview mit Wilfried Haslauer (ÖVP). Der Salzburger Landeshauptmann begründete die Vorverlegung der Sperrstunde auf 22 Uhr in Vorarlberg, Tirol und Salzburg mit dem Wintertourismus: "Es geht darum, dass Deutschland keine Reisewarnung gegenüber Salzburg ausspricht. Mit allen Konsequenzen."

Denn Deutschland hat bereits Reisewarnungen ausgesprochen, nicht nur gegen Wien, sondern auch gegen Vorarlberg. Zudem rät die deutsche Regierung generell vom Winterurlaub im Ausland ab. Andere Länder, wie Belgien, setzten auch Tirol auf die rote Liste. „Einen Teil der ausländischen Gäste hat die heimische Tourismuswirtschaft wohl längst verloren. Denn die Winterurlaube werden jetzt gebucht“, analysieren Gerhard Hofer und Jürgen Streihammer.

Wie schlimm es am Ende wirklich sein wird, ist noch nicht abzuschätzen. Der Tourismus bleibt jedenfalls das größte Sorgenkind der heimischen Wirtschaft. Ganz schlimm ist es in Wien, das vor allem von internationalen Gästen abhängig ist. Dort drängt seit kurzem auch ÖVP-Spitzenkandidat Gernot Blümel auf eine frühere Sperrstunde. Auch er argumentiert vor allem mit ökonomischen Gründen. „Viele Unternehmen machen einen Großteil ihres Umsatzes in der Vorweihnachtszeit“, sagt er im Interview mit Martin Stuhlpfarrer.

Übrigens: Dass es mit der Eigenverantwortung in absehbarer Zeit noch etwas wird, glaubt „Presse"-Coronaexperte Köksal Baltaci nicht. „Verzicht als Tugend steht nicht mehr hoch im Kurs“, schreibt er in einem Leitartikel. Und das habe gute Gründe: von nachvollziehbaren wirtschaftlichen Überlegungen bis zur steigenden Zahl der Immunen.

(sk)

Was bringt die Wintersaison für Österreichs Tourismus? Wie lässt sich ein Debakel wie in Ischgl vermeiden, wie ein Debakel für die Wirtschaft? Werden Sie heuer in den Skiurlaub fahren? Und: Fürchten Sie einen zweiten Lockdown? Diskutieren Sie mit!