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Kolumne

Lächelnd die Zähne zeigen

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Sprechblase Nr. 360. Warum „Danke im Voraus“ Druck erzeugt.

Tit for tat ist ein altes Prinzip in der Kommunikation: Grundsätzlich ist man dem anderen gegenüber kooperativ, verhält sich aber strikt nach der Regel „Wie du mir, so ich dir“ und beantwortet unkooperatives Verhalten ebenso mit Kooperationsverweigerung – ohne allerdings nachtragend zu sein. So, zeigt die Praxis, entsteht tragfähige Zusammenarbeit.

In letzter Zeit hat sich in den Korrespondenzen etwas eingebürgert, das zwar höflich und kooperativ daherkommt, aber schon fast erpresserisch ist. Vor allem in Mails heißt es gegen Ende gern – Achtung, Sprechblase – Danke im Voraus. Es soll sogar Studien geben, die besagen, dass das Gegenüber dank dieser Formulierung Wünsche eher erfüllt.

Mit dem Dankesagen ist es eben auch ein bisschen wie mit dem Lächeln. Das, sagt eine alte Weisheit, ist die eleganteste Art, die Zähne zu zeigen.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

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