Die Länder wollen die Schulorganisation übernehmen. Der Schulreformer Bernd Schilcher befürchtet einen "bildungspolitischen Fleckerlteppich" wie in Deutschland.
Sollen die Länder künftig für die Organisation der Schulen und für alle Lehrer zuständig sein? Laut Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll ist diese Kompetenzverschiebung mit der Regierungsspitze bereits im Grundsatz vereinbart.
Für den Bildungsexperten Bernd Schilcher wäre eine solche Reform eine "schlichte Katastrophe". Das erklärte er am Freitag im "Ö1"-Morgenjournal. Schilcher verwies auf Deutschland, wo jedes Bundesland eigene Schulvorstellungen habe - ein "bildungspolitischer Fleckerlteppich".
Der Trend gehe generell weg von zersplitterten Regelungen. Wozu also gerade im Schulwesen die andere Richtung einschlagen, so der frühere Vorsitzende der Schulreform-Kommission und ehemalige ÖVP-Politiker.
Hans Pitlik vom Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) findet hingegen jede Lösung besser als den Status quo, wo der Bund zahlt und die Länder anschaffen. Ob die Länderlösung oder eine Zentralisierung besser sei, wollte er nicht bewerten.
(Red.)